Hillary Clinton erklärt US-Außenpolitik

Diese Videoausschnitte von Hillary Clinton zeigen, wie Hillary Clinton genau das erzählt, was Zbigniew Brzezinski auch immer erzählt hat: Die USA haben die radikalsten Islamisten finanziert, um so die Russen zu bekämpfen. Sie haben die Waffen geliefert und die Radikalen mit diesen Waffen zurückgerlasse. Dieses Fakten sind nun wirklich als, aber dass es Hillary Clinton sagt, ist doch ganz nett. Man kann nur bezweifeln, dass sie mit solchen Aussagen in den Wahlkampf gehen wird.

Die Kriegstreiber sind unterwegs – George Friedman in Rumänien!

George Friedman ist der Chef von Stratfor, einer US-Organisation, die schon einmal als „Schatten-CIA“ bezeichnet wurde, aber angeblich nur einer von mehreren Thinkanks ist. George Friedman ist Gründung der Organisation  ihr Chef und vertritt die Auffassung, dass die USA verhindern müssen, dass Russland und die EU sich verstehen und wirtschaftlich zusammenarbeiten. Er hat sogar gesagt, dass er vorschlagen würde, die USA würden eine Taktik anwenden wie beim Irak und dem Iran – man lässt also Russland und die EU gegenseitig sich bekämpfen. Das sei zwar unmoralisch und zynisch, aber es funktionierte eben schon beim Irak und dem Iran.

Seit George Friedman diese Aussage bei einem Vortrag vor dem Chicago Global Council (kompletter Vortrag; Beitrag hier auf dieser Seite) gemacht hat, hat dieses Video große Wellen geschlagen in diversen Blogs und die Rede wurde sogar von Sarah Wagenknecht im Bundestag aufgegriffen, aber unsere Medien haben die natürlich ignoriert und in gewissen Foren schreiben mit Sicherheit bezahlte Schreiberlinge, dass George Friedman nur einer von ganz vielen in den USA sei – eine unbedeutende Randerscheinung.

Was nun auch verschwiegen wurde:

Derselbe George Friedman, der dafür sorgen will, dass Russen und Deutsche (EU) sich bekriegen wie damals der Irak mit dem Iran, reist hochoffiziell nach Rumänien, trifft dort den Geheimdienstchef und den rumänischen Präsidenten höchstpersönlich!!!

Wieso haben solche Kriegstreiber kein GENERELLES EINREISEVERBOT FÜR ALLE EU-STAATEN??? Jemand, der uns nachweislich und nach eigener Aussage direkt zurück in die Zeiten des Zweiten Weltkriegs schicken möchte?

Wieso schweigen alle?!?

Warum schweigen die Lämmer? – Psychologie, Demokratie und Empörungsmanagement

Der Psychologe Prof. Dr. Rainer Mausfeld lehrt an der Christian-Albrecht-Universtität in Kiel. Sein Vortrag vom 22. Juni 2015 ist wirklich genial. Er erklärt aus psychologischer Sicht, wie es möglich ist, dass wir denken in einer Demokratie zu leben, obwohl wir kaum Demokratie haben. Außerdem erklärt er systematisch, wie es kommt, dass ungeheure Dinge, die uns eigentlich moralisch empören müssten, für uns unsichtbar werden.  Sein Vortrag dauert eine gute Stunde und darauf folgt eine Diskussion. Das Video ist gut gemacht und die Folien sind im Video immer zeitweise (fast) im Vollbild eingeblendet, während der Ton weiterläuft. Sehr empfehlenswert, denn diesen Vortrag sollte JEDER gesehen haben.

Hier der Vortrag:

Dann noch die Fragerunde:

Wer noch mehr von Herrn Prof. Dr. Rainer Mausfeld hören will, der kann noch diese Phönixsendung mit ihm zum Thema „Folter“ anschauen.

 

José Mujica, der ärmste Präsident der Welt

Jose Munica war bis vor nicht allzu langer Zeit der Präsident von Uruguay. Er galt als der ärmste Präsident der Welt. Sogar der Spiegel urteilte recht positiv über ihn.

Die hier von ihm vorgestellte Rede hat er auf dem 20+ Klimagipfel in Rio gehalten.  Hier der Link auf spanisch:

Rede von Jose Mujica (Link auf Originalrede – spanisch ohne Untertitel) (Hier sehr wörtlich übersetzt auf Deutsch):

Hier versammelte Entscheidungsträger aus allen Breitengraden und von allen Organisationen. Vielen Dank und vielen Dank an das Volk von Brasilien und an ihre Frau Präsidentin. Und vielen Dank für den guten Willen, den sicherlich alle Redner gezeigt haben, die mit vorangegangen sind. Ähm, wir drücken den innigen Willen als Regierungen aus, alle Vereinbarungen mitzutragen, die unsere arme Menschheit unterschreiben kann. Jedoch, gestatten wir uns, uns einige Frage zu stellen mit lauter Stimme: Den ganzen Nachmittag hat man über die nachhaltige Entwicklung geredet und davon immense Massen aus der Armut zu holen. Was ist es, was in unserem Köpfen flattert. Das Modell des Entwicklung und des Konsums ist das aktuelle der reichen Gemeinschaften. Ich habe mir die Frage gestellt, was würde diesem Planeten widerfahren, wenn die Hindus das gleiche Verhältnis von Autos je Familie hätten, welches die Deutschen haben. Wieviel Sauerstoff würde uns bleiben um zu atmen? Die Welt hat heute die Rohstoffe, die Materialien, um es zu ermöglichen, dass 7 Milliarden, acht Milliarden Menschen Personen den gleichen Grad an Konsum und Verschwendung haben könnten, den die opulentesten westlichen Gemeinschaften haben. Ist das möglich? Oder müssen wir eines Tages eine andere Art Diskussion beginnen, weil wir eine Art Zivilisation kreiert haben, in der wir Tochter des Marktes sind, Tochter der Konkurrenz. Sie hat uns einen wunderbaren und explosiven Fortschritt geboten. Aber das was Marktwirtschaft war, hat Gemeinschaften des Marktes geschaffen, und es hat uns diese Globalisierung beschert, die bedeutet, den ganzen Planeten zu betrachten Und wir sind dabei die Globalisierung zu dominieren oder die Globalisierung regiert uns. Ist es möglich über Solidarität zu reden und darüber, dass wir alle zusammen sind, in einer Wirtschaft die auf erbarmungslosen Konkurrenz basiert? Bis wohin reicht unsere Brüderlichkeit? Nichts von dem sage ich, um die Wichtigkeit von dieser Veranstaltung zu negieren. Nein, es ist wegen dem Gegenteil. Die Herausforderung, die wir vor uns haben, ist eine Größe von kolossaler Art und die große Krise, die wir heute haben, ist nicht ökologisch, sondern politisch. Der Mensch regiert heute nicht, die Kräfte die freigelassen hat, sondern die Kraft, die er freigelassen hat, regiert den Menschen. Und das Leben – denn wir kamen nicht auf den Planeten, um uns in erster Linie zu entwickeln. Wir sind ins Leben gekommen, versuchend glücklich zu sein, weil das Leben kurz ist und uns davonrennt. Und kein Gut ist soviel Wert wie das Leben und das ist elementar. Aber wenn mir das Leben entflieht, indem ich arbeite und arbeite um einen Überschuss zu konsumieren. Und die Gesellschaft des Konsums ist der Motor. Denn definitiv, wenn der Konsum stehen bleibt , dann bleibt die Wirtschaft stehen. Und wenn die Wirtschaft hält, ist die das Gespenst der Stagnation und für jeden einzelnen von uns. Aber dieser Hyperkonsum ist es gleichzeitig, der den Planet konsumiert. Und du musst diesem Hyperkonsum Dinge bereitstellen, die nur kurze Zeit überdauern, da man viel verkaufen muss. Eine Glühbirne kann nicht länger als 1000 Stunden angeschaltet überdauern, aber es gibt Elektrolampen, die 10000, 200000 Stunden überdauern, aber diese können nicht sie nicht machen, da das Problem ist der Markt, denn wir müssen arbeiten. Und wir müssen eine Verbrauchs- und Wegwerfgesellschaft haben und wir sind in einem Teufelskreis. Das sind Probleme von politischem Charakter, die uns die Wichtigkeit sagen, anzufangen zu kämpfen für eine andere Kultur. Es geht nicht darum, uns vorzustellen, zum Höhlenmenschen zurückzukehren und auch nicht einen Moment von Verzögerungen zu haben, denn wir können nicht unbegrenzt weiter vom Markt regiert werden, sondern wir müssen den Markt dominieren. Deshalb sage ich, das Problem ist von politischen Charakter. In meiner bescheidenen Art zu denken: Denn, die alten Denker definierten: Epikur, Seneca, Quessaimada: Arm ist nicht der der wenig hat, sondern der wirklich Arme ist der, der unendlich viel braucht und wünscht und wünscht und wünscht mehr und mehr. Das ist ein Frage des kulturellen Charakters. So, ich begrüße die Anstrengungen die hier gemacht wurden und die Vereinbarungen, die geschlossen wurden. Und ich sehe, dass einige Sachen, die ich gesagt habe nachhallen. Aber wir müssen und einer Sache bewusst werden. Dass die Krise des Wassers, dass die Krise der Aggression gegenüber der Umwelt keine Ursache ist. Der Grund ist das Zivilisationsmodell, das wir geschaffen haben und das was wir überarbeiten müssen ist unsere Form zu leben. Warum? Ich gehöre zu einem kleinen Land, sehr gut begütert mit Naturressourcen für das Leben. In meinem Land gibt es 3 Millionen Einwohner. Ein bisschen mehr, 3 Millionen zweihundert, aber es gibt ungefähr 3 Millionen Kühe von den besten der Welt und 8 bis 10 Million en wunderbarer Schwein. Mein Land ist Exporteuer von Essen, Milchprodukte, von Fleisch Es ist eine Ebene. Fast 90% des Territoriums ist landwirtschaftlich nutzbar. Meine Kollegen Arbeiter kämpfen lange für die 8 Stunden Arbeit. Und heute bekommen sie 6 Stunden. Aber der der 6 Stunden bekommt, bekommt zwei Arbeiten. Deshalb arbeitet er mehr als vorher. Warum? Weil er eine Menge an Raten zahlen muss. Das Motarrädchen was er gekauft hat. Das kleine Auto, das er sich gekauft hat, und er zahlt Quote und zahlt Quote und wenn er sich erinnern will, dann ist er ein alter Rheumatiker, dem las Leben verging. Und manche stellen sich die Frage: Ist das das Schicksal des menschlichen Lebens. Diese Dinge sind sehr elemental. Die Entwicklung kann nicht im Gegensatz zum Glück stehen. Sie muss für das Glück der Menschen sein, für die Liebe, hoch auf die Erde, hoch mit den menschlichen Beziehungen, der Beziehung zu den Kindern, Freunde zu haben, das Elementale zu haben. Genau, weil das der wichtigste Schatz ist, den man hat. Wenn wir für den Umweltschutz kämpfen, nennt sich das erste Element der Umwelt das Glück der Menschen.

Spanien – ein freies Land?

Was für eine Staatsform ist das denn? Polizisten können dir aus Lust und Laune, weil sie sich nicht respektiert fühlen, 600 Euro abnehmen. Falls du spontan bei einer Demonstration teilnimmst und diese ist nicht angemeldet, dann kostet dich das 600000 Euro. Dagegen kannst du nur klagen, wenn du die 600000 Euro erst einmal bezahlen kannst. Polizisten fotographieren, falls diese gewalttätig sind zum Beispiel, ist strafbar und kann ebenfalls mit bis zu 600000 Euro geahndet werden. Das alles gilt als Ordnungswidrigkeit, damit man KEINE Möglichkeit hat, dagegen gerichtlich vorzugehen. Auch Solidarisierungen bei Zwangsräumungen sind strafbar und schon das Verbreiten der Nachricht, dass irgenwo eine Zwangsräumung stattfinden kann, wird verfolgt.

Das Allerhärteste: Nur 7% der Spanier unterstützen dieses Gesetz, das auch Knebelgesetz genannt wird. (Demokratie???) Die Partei, die dieses Gesetz abschaffen will, ist die linke Podemos-Partei. (Podemos bedeutet „wir können“). Die Partei gilt als die neue spanische Linke, die ideologisch unbelastet ist, aber sich der griechischen Syriza und der deutschen Linkspartei verbunden fühlt. Sie ist es, die diese unglaublichen Gesetze abschaffen sofort abschaffen will! Was machen unsere Medien? Sie ignorieren den Rückfall Spaniens in die Unfreiheit und diffamieren die Partei, welche die Demokratie retten will, als Anti-Europäer und Radikale!!!

Ich sage man sollte Podemos unterstützen, um Spanien, die dortige Demokratie und die dortige Freiheit zu retten! Die jetzigen Gesetze sind eine Schande für Europa und es sollte uns Angst machen, dass so etwas in der EU möglich ist.

Mehr Infos findet man bei den Deutschen Wirtschaftsnachrichten oder direkt bei der spanischen Zeitung „el diario“.

Die Rede von Hugo Chavez auf dem Klimagipfel von Kopenhagen

Hugo Chavez war der Präsident von Venezuale. Leider ist er gestorben, wobei viele Menschen davon ausgehen, er wurde ermordet. Seine Rede auf dem Klimagipfel in Kopenhagen 16.12.2009 ist legendär, aber in Deutschland leider auch relativ unbekannt.

„Der Kapitalismus ist der Weg ins Verderben“

(Der Text ist gekürzt. Hier findet man die komplette Rede auf amerika21.de) Die Rede kann man hier live hören (spanisch – hier mit portugiesischen Untertiteln). (Es gibt die Rede bei Youtube auch mit Untertiteln, aber nicht mit deutschen – aktuell nicht gefunden.)

Die Vertreterin von Bolivien hat gesagt (…): Der vorgelegte Text ist nicht demokratisch, er bezieht nicht alle mit ein. Ich war gerade erst angekommen. Wir setzten uns gerade, als wir die Präsidentin der vorherigen Sitzung, die Ministerin, sagen hörten, dass ein Dokument aufgetaucht sei, das keiner kennt. Ich habe nach dem Dokument gefragt, wir haben es noch nicht vorliegen. Ich glaube, niemand hier weiß etwas von diesem Top-Secret-Dokument. Nun ist das gewiss nicht demokratisch, die bolivianische Genossin hat es gesagt, es bezieht nicht alle mit ein. Also, meine Damen und Herren, ist das vielleicht nicht die Realität dieser Welt? Befinden wir uns etwa in einer demokratischen Welt? Bezieht denn etwa das weltweite System alle mit ein? Können wir denn überhaupt etwas Demokratisches vom gegenwärtigen weltweiten System erwarten? Was wir auf diesem Planeten erleben, ist doch eine imperiale Diktatur. Deswegen erklären wir von diesem Platz aus: Nieder mit der imperialen Diktatur! Es leben die Völker und die Demokratie und die Gleichheit auf diesem Planeten! (…) Sicher, es sind die jungen Leute, die sich Sorgen machen. (…) Man könnte sagen, Herr Präsident, dass ein Gespenst umgeht in Kopenhagen, um es mit Karl Marx auszudrücken, dem großen Karl Marx, ein Gespenst geht durch die Straßen von Kopenhagen und ich glaube, dass dieses Gespenst im Stillen auch durch diesen Saal geht. Es läuft hier herum, mitten unter uns, es schleicht durch die Gänge, schlüpft unten durch, steigt wieder hoch. Dieses Gespenst ist ein schreckliches Gespenst, das fast niemand beim Namen nennen will: Der Kapitalismus ist dieses Gespenst, das fast niemand beim Namen will. Hier ist der Kapitalismus. Und dort begehren die Völker auf, dort draußen kann man sie hören. Ich habe einige von den Parolen gelesen, die auf den Straßen zu sehen sind. (…) Unter anderem hört man zwei besonders starke Parolen. Die eine: "Ändert nicht das Klima, ändert das System." (…) Die zweite Parole regt zum Nachdenken an. (…) Wenn das Klima eine Bank wäre, dann hätten sie es schon gerettet. Und ich glaube, das ist wahr. Wenn das Klima eine von den größten kapitalistischen Banken wäre, dann hätten es die reichen Regierungen schon gerettet. 
Ich glaube, Obama ist noch nicht da. Er hat den Friedensnobelpreis fast am selben Tag bekommen als er weitere 30.000 Soldaten losgeschickt hat, um in Afghanistan unschuldige Menschen zu töten. Jetzt kommt er hierher, um sich hier mit dem Friedensnobelpreis zu präsentieren, der Präsident der Vereinigten Staaten. Aber die Vereinigten Staaten haben ja Maschinchen, um Geldscheine herzustellen, um Dollars zu drucken und sie haben so die Banken und das kapitalistische System gerettet. Oder glauben zumindest, sie hätten es getan. Na gut, das ist nur ein Kommentar am Rande. (…)
Stellen Sie sich vor, da hatte ich neulich das Vergnügen, diesen französischen Schriftsteller, Hervé Kempf, kennen zu lernen. Ich empfehle Ihnen dieses Buch, ich empfehle es wirklich. Es ist auf Spanisch erhältlich und es gibt Hervé auch auf Französisch, und auf Englisch ganz sicher auch: "Como los ricos destruyen el planeta". Hervé Kempf: Wie die Reichen den Planeten zerstören. Deswegen hat schon Christus gesagt: Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr als das ein Reicher in den Himmel kommt. So sprach Christus, unser Herr.
Die Reichen sind dabei, den Planeten zu zerstören. Ob sie wohl vorhaben, sich auf einen anderen zu begeben, wenn sie diesen hier zerstört haben? Ob sie wohl Pläne haben, auf einen anderen Planeten abzuhauen? Bis jetzt ist jedenfalls noch keiner am Ende der Galaxie zu sehen.
Das Buch ist mir gerade erst in die Hände gekommen. Ignacio Ramonet, der auch hier in diesem Saal ist, hat es mir geschenkt. Wenn man ans Ende des Prologs oder des Vorwortes kommt, dann stößt man auf diesen sehr wichtigen Satz, in dem Kempf folgendes sagt. Ich zitiere: "Wir werden den materiellen Konsum auf globaler Ebene nicht reduzieren können, wenn wir nicht dafür sorgen, dass die Mächtigen mehrere Stufen herunter kommen und wenn wir die Ungleichheit nicht bekämpfen. Es ist notwendig, dem im Augenblick der Bewusstwerdung so nützlichen ökologischen Prinzip des globalen Denkens und des lokalen Handelns, ein Prinzip hinzuzufügen, das die Situation erfordert: Weniger konsumieren und besser verteilen." Ich glaube das ist ein guter Rat, den uns dieser französische Schriftsteller Hervé Kempf da gibt.
Nun gut, Herr Präsident, der Klimawandel ist ohne Zweifel das verheerendste Umweltproblem des gegenwärtigen Jahrhunderts: Überschwemmungen, Trockenheiten, schwere Unwetter, Hurrikans, Tauwetter, der Anstieg des durchschnittliches Meeresspiegels, die Übersäuerung der Ozeane und Hitzewellen, alles das verschärft die schweren Schläge der globalen Krisen, die uns heimsuchen.
Die gegenwärtige menschliche Aktivität überschreitet die Schwellen der Nachhaltigkeit und bringt das Leben auf dem Planeten in Gefahr. Aber auch in dieser Hinsicht sind wir zutiefst ungleich. Ich möchte daran erinnern: Die 500 Millionen der reichsten Leute, 500 Millionen, das sind sieben Prozent der Weltbevölkerung, diese sieben Prozent, diese fünfhundert Millionen der reichsten Leute sind verantwortlich für fünfzig Prozent der Schadstoffemissionen. Während die fünfzig Prozent Ärmsten nur für fünf Prozent der Schadstoffemissionen verantwortlich sind. Deshalb macht es mich stutzig und ist es ein wenig seltsam, hier die Vereinigten Staaten und China auf eine Stufe zu stellen. Die Vereinigten Staaten kommen gerade mal auf 300 Millionen Einwohner, während China fast fünfmal soviel an Bevölkerung hat wie die USA. Die USA verbrauchen mehr als 20 Millionen Barrel Öl am Tag, während China auf kaum 5,6 Millionen Barrel täglich kommt und da kann man doch von den Vereinigten Staaten und China nicht dasselbe verlangen. (…) 
Trotz aller Dringlichkeit sind zwei Jahre der Verhandlungen vergangen, um eine zweite Verpflichtungsperiode für das Kyoto-Protokoll zu beschließen und wir wohnen nun diesem Treffen bei, ohne dass es bisher zu einer wirklichen und bedeutsamen Vereinbarung gekommen wäre. Und was im Übrigen nun diesen Text angeht, der da aus dem Nichts kommt, wie es einige bezeichnet haben, sagt der chinesische Vertreter, sagt Venezuela und sagen wir als Alba-Länder, die Länder der Bolivarischen Allianz, dass wir, wie bereits zum Ausdruck gebracht, keinen anderen Text akzeptieren, der nicht aus den Arbeitsgruppen des Kyoto-Protokolls und des gleichnamigen Abkommens stammt, aus den legitimen Texten, die in all den letzten Jahren mit so großer Intensität diskutiert worden sind.
Und in den letzten Stunden haben Sie, glaube ich, nicht geschlafen (...). Es erscheint mir nicht logisch, dass jetzt ein Dokument aus dem Nichts auftaucht. Das wissenschaftlich gestützte Ziel, den Ausstoß schädlicher Gase zu reduzieren und auf jeden Fall eine langfristige Kooperationsvereinbarung zu erreichen, heute, zu diesem Zeitpunkt, scheint gescheitert zu sein, vorerst.. Was ist der Grund dafür? Da haben wir keinen Zweifel. Der Grund ist die unverantwortliche Haltung und der Mangel an politischem Willen auf Seiten der mächtigsten Nationen dieses Planeten. Niemand sollte sich beleidigt fühlen, ich verweise auf der großen José Gervasio Artigas, wenn ich sage: "Mit der Wahrheit beleidige ich weder noch fürchte ich sie." (…) 
Ich habe hier ein Zitat, das ich Ihnen kurz vorlesen möchte, von einem der großen Befreiungstheologen, Leonardo Boff, ein Brasilianer, aus unserem Amerika. Leonardo Boff sagt folgendes zum Thema: "Was ist der Grund? Der Grund ist, Glück zu suchen durch die materielle Akkumulation und endlosen Fortschritt. Dafür werden Wissenschaft und Technik benutzt, um mit ihrer Hilfe unbegrenzt alle Vorkommen der Erde auszubeuten." Und er zitiert dafür Charles Darwin und seine "natürliche Auslese", das Überleben der Stärksten. Aber wir wissen, dass die Stärksten in der Asche der Schwächsten überleben.
Jean-Jacques Rousseau, immer wieder sei daran erinnert, sagte dieses: Zwischen dem Stärksten und dem Schwachen wird die Freiheit zerdrückt. Deshalb spricht das Imperium von Freiheit; Es ist die Freiheit zu unterdrücken, einzumarschieren, umzubringen, zu vernichten, auszubeuten. Darin besteht seine Freiheit und Rousseau prägte den Satz: Nur das Gesetz befreit.
Es gibt einige Länder, die Spielchen spielen, damit hier kein Dokument zustande kommt, weil sie kein Gesetz wollen. Sie wollen keine Vorschrift, weil die Inexistenz dieser Norm es ihnen erlaubt, ihre ausbeuterische Freiheit auszuspielen, ihre überwältigende Freiheit. (…)
Beendet die Aggressionen und Kriege, die darauf abzielen, weiterhin die Welt zu dominieren und uns auszubeuten! Das fordern die Völker der Welt von den Imperien. Keine weiteren imperialen Militärstützpunkte, keine Staatsstreiche! Bauen wir eine gerechtere und stärker ausgewogene Sozial- und Wirtschaftsordnung. Löschen wir die Armut aus! Senken wir sofort den Spitzenausstoß an Schadstoffen! Bremsen wir die Umweltzerstörung und vermeiden wir die große Katastrophe, die der Klimawechsel bedeutet! Stellen wir uns hinter das uneigennützige Ziel, gemeinsam freier und solidarischer zu sein! (…) 
Der Sozialismus, ein anderes Gespenst, von dem Karl Marx sprach, das geht hier auch um, mehr als ein Gegen-Gespenst. Der Sozialismus, das ist die Richtung, um den Planeten zu schützen, daran habe ich nicht den geringsten Zweifel, und der Kapitalismus ist der Weg ins Verderben, zur Zerstörung der Welt. Der Sozialismus aus diesem Venezuela widersetzt sich den Drohungen des nordamerikanischen Imperiums. (…)
Schließlich, Herr Präsident, um zum Schluss zu kommen, hören wir auf Fidel Castro, wenn er sagt: Eine Gattung ist in Gefahr ausgerottet zu werden: der Mensch. Hören wir auf Rosa Luxemburg, wenn sie sagt: Sozialismus oder Barbarei. Hören wir auf Christus, den Erlöser, wenn er sagt: Geheiligt seien die Armen, denn ihrer ist das Himmelsreich. (…)
Herr Präsident, meine Damen und Herren, vielen Dank.
Luxemburg, wenn sie sagt: Sozialismus oder Barbarei. Hören wir auf Christus, den Erlöser, wenn er sagt: Geheiligt seien die Armen, denn ihrer ist das Himmelsreich. (…)
Herr Präsident, meine Damen und Herren, vielen Dank.

Hugo Chavez war ein Freund klarer Worte. Dies wurde auch einmal in den Kopp-Nachrichten gezeigt am 12. 11.2010. Hier der Text:

Der Venezolanische Präsident Chavez hat einen wütenden Brief an die UNO-Generalversammlung geschrieben. Nach seiner Rückkehr aus der Krebstherapie auf Kuba, mahnte Chavez in eindringlichen Worten vor einem weltweiten Frieden der Friedhöfe. Die UNO habe im Laufe der Geschichte den höchsten Respekt vor dem Völkerrecht weltweit verspielt. Seit 1945 sei die Anzahl der Kriege nicht gesunken, sondern gewachsen und erbreite sich weiterhin unerbittlich aus. Das Beispiel Lybien zeige es derzeit deutlich. Aufgrund des Willens der Mächtigen dieser welt sei das Land nun zerstört. Chavez frage sich, warum die USA das einzige Land seien, das die Erde mit ihren Militärbasen überziehe und warum die UNO nicht handele, um Washington aufzuhalten. Die USA hätten jetzt vielmehr die Rolle des Weltrichters übernommen, ohne dass ihnen jemand die Aufgabe zugewiesen habe. Der Präsident warnte vor der uneingeschränkten Macht einer militärisch, finanziellen Oligarchie, die dabei sei die Welt zu zerstören, um ihre Reichtümer zu mehren. Das Finanzkapital könne sein Überlleben nur durch Kriege sichern. Kriege, die die Mehrheit ruinierten, aber einige wenige unermesslich bereicherten. In unmissverständlichen Worten warf Chavez den westlichen Mächten vor, den Weltfrieden in umittelbare Gefahr gebracht zu haben. Der Politiker appelierte an die Macht des Guten und an die Stärke des menschlichen Geistes. Um zu verhindern, dass die Erde mit einem globalen Krieg überzogen wird, rufe Venezuela zum Aufbau eines umfassenden Bündnisses gegen den Krieg und für den Frieden auf.

–> Hugo Chavez war ein großartige Mensch, der ganz genau erkannt hat, wo es auf unserem Planeten stinkt!

 

Griechenlandkrise und Varoufakis – ein Schauspiel deutscher Medienberichterstattung

Zur Griechenlandkrise gibt es sicher keine einfachen Lösungen mehr, aber durch das Thema wird sichtbar, wie deutsche Medien ticken. Positiv: Es gab auch schon zu Griechenland gute Berichterstattung. So zum Beipspiel die Reportage, die deutlich macht, wieso es zur Griechenlandkrise kam und wer sich dort bereichert hat. (ZDF Reportage der Frontal21-Autoren M. Haselrieder, K. Hinterleitner und R. Laska aus dem Jahr 2012.)

Eine aktuellere gute Reportage ist die sehr neue Panorama-Sendung vom 2. Juli 2015, die auf das aktuelle Leid der Griechen eingeht. Eine sehr gute Dokumentation der humanitären katastrophe.

Erstaunlicher ist es, dass derjenige, der alle erkannten Misstände angehen will, von den Deutschen Medien demontiert wird.  Yanis Varoufakis, selber ein Finanzexperte, sagt im WDR-Europatalk am 7.Mai 2015:

"Wissen sie, in Griechenland war es viel zu lange so, dass die Reichen keinen Beitrag geleistet haben zur Finanzierung unseres Staates. In den fetten Jahren haben sie enorm profitiert vom Wachstum auf Pump auf Schuldenbasis und bevor die Blase dann geplatzt ist, ist viel von diesem Geld dann verschwunden. Nach Genf, nach London, nach New York, Frankfurt und so weiter und so fort. Das heißt, diejenigen, die dann hinterher die Zeche zu zahlen hatten für dieses Schuldenfinanzierte Wachstum von gestern; das sind nicht diejenigen, die vorher davon profitiert haben. Noch eine Anmerkung dazu: Wir sind ja nicht gewählt worden, um den Leuten weiter etwas vorzumachen. Genau das ist in den fünf Jahren durch die letzte Regierung gemacht worden. Ich meine, die sind gut angekommen in Europa, weil sie zu allem immer ja gesagt haben, aber wozu denn? Sie haben ja gesagt zu einem Programm, das gescheitert ist, und jeder wusste, dass es scheitern würde. Jeder der clever genug war, wusste das ganz genau. Aber es war politisch geboten, so zu tun, als könnte das funktionieren. Ich bin nicht in die Politik gegangen und wir sind nicht gewählt worden, um so weiterzumachen. Wir werden die Dinge beim Namen nennen. (…) Nicht noch eine Tranche von Europa akzeptieren, bis wir nicht einen vernünftigen Plan haben, der gangbar, der machbar ist, und der auch wirklich von Erfolg gekrönt sein kann. Und bis dahin werden wir weiter verhandeln. Das ist sicherlich nicht einfach, aber wenn das laienhaft ist, dann bin ich gerne ein Laie. Denn wenn ich dann ein professioneller Politiker wäre, sollte ich vielleicht meinen Hut nehmen."

Das deckt sich doch mit de Kernaussage aus der ZDF-Dokumentation. Durch steigende Preise, Privatisierungen und Geldzuflüsse aus dem Ausland profitierten ganz wenige, die Preise stiegen, die Zinsen der Staatsanleihen auch und die Wettbewerbsfähigkeit nahm so ab, dass das Land heute gerettet werden muss. Leiden tut die Bevölkerung, die noch immer unter extrem hohen Preisen bei immer geringeren Löhnen leiden muss und eben keine Selbstversorger sind.

Wieso gab es so viele Hetzkampagnen gegen Varoufakis? Die Sache mit dem Stinkfinger, die der total unwichtige und unbekannte Herr Böhmermann durch eine angebliches Fakevideo am Leben erhielt, so dass man das Thema ausschlachten konnte. Zudem wird Varoufakis als Laie, unprofessionell und unberechenbar dargestellt. Was soll das? Dies geschah sogar in der Heute-Show, als man sich lustig machte, warum Varoufakis die „Geldgeschenke“, beziehungsweise die massive Kreditvergabe an Griechenland in der Vergangenheit, kritisiert hat.

Inzwischen ist Varoufakis zurückgetreten. Die Reaktion der Medien ist unterschiedlich. Die ZEIT gibt Varoufakis Temperament die Schuld und seinem Scheitern die EU-Staaten zu überzeugen. Ausschnitt aus Artikel vom 6. Juli 2015 von Zeit-Online:

"Dabei kann Varoufakis mehr als provozieren, er kann reden. Seine Analyse der Misere in Griechenland ist durchdacht und ökonomisch valide. Die vergangenen Monate haben aber auch gezeigt: Varoufakis ist kein Politiker. Er kommt nicht aus dem Establishment, gehört nicht der alten griechischen Elite an und hält sich nicht an die Brüsseler Konventionen. All das war ein großer Vorteil für ihn, aus dem er aber zu wenig gemacht hat. Mit seiner undiplomatischen Art suchte er vor allem Konfrontation. Einen Kompromiss zu finden, das hatte in der Welt von Varoufakis offenbar keinen Platz."

Schlimmer wird es bei der WELT, „Endlich verlässt der große Brandstifter die Bühne“ titelte. Hier Ausschnitte aus dem Artikel, der bei Welt-Online am 6 Juli 2015 erschien:

"Janis Varoufakis hat Anarchie zum Prinzip gemacht. Mit dem krassen Bruch der Spielregeln hat er Europa enormen Schaden zugefügt. Die Frage ist nicht: Musste er gehen? Sondern: Geht er zu spät? (...) Der Brandstifter geht. Natürlich nicht, ohne auch diesen Schritt als heroischen Dienst am griechischen Vaterland und der linken Sache zu deklarieren. Keine Frage, den revolutionären Gestus beherrscht Janis Varoufakis perfekt. (...) Einem ganzen Volk erfolgreich vorzugaukeln, es müsse sich nur mit genügend großer Mehrheit gegen die Anerkennung internationaler Spielregeln stellen, um dann umso wunderbarer aus der Not errettet zu werden, verdient allein wegen der propagandistischen Leistung Respekt. Dass die Griechen wahrscheinlich schon bald sehr unsanft aus dem Freudentaumel der vermeintlichen patriotischen Selbstbehauptung gerissen werden, ist dann ein anderes Thema. (...) Der Scharlatan verlässt möglicherweise gerade noch rechtzeitig die Bühne. Den Schaden haben andere. Dass es für den Rest Europas nach dem Rücktritt von Varoufakis möglicherweise etwas leichter wird, gesichtswahrend wieder in Verhandlungen zu treten, ändert nichts daran, dass dieser Mann – gemeinsam mit Alexis Tsipras – den europäischen Gedanken aufs Schwerste beschädigt hat. (...) Und dies längst nicht nur in Griechenland. Denn gleichgültig wie die Gespräche in den kommenden Tagen und Wochen ausgehen werden: Viele Menschen werden sich enttäuscht von diesem Generationenprojekt abwenden. (...) Entweder weil der Bruch aller Spielregeln und Vereinbarungen am Ende auch noch belohnt wird. Oder umgekehrt, weil ein scheinbar herzloses Europa die Griechen hilflos in den Untergang taumeln lässt. Merkel, Hollande, Juncker und Co. müssten schon wahre Wunder bewirken, um diesen Bruch in der europäischen Identität noch zu verhindern. Zu wünschen wäre es auf jeden Fall. Denn Europa hat es nicht verdient, an einem politischen Hasardeur wie Janis Varoufakis zu scheitern."
Die Diffamierungen sind unglaublich. In anderen Artikeln wurde versucht eine Neiddebatte zu entfachen, in der Varoufakis verschiedene negative Images angehängt werden sollten: Amerikanähe, Hörigkeit gegenüber seiner Frau, die er schon seit der Jugend kennt, die sehr intelligent ist und sich als Marxistin sieht; als Mensch, der nur mit Vorträgen und Büchern nun Kasse machen will, usw. Faire Berichterstattung? Man beachte auch in dem oben zitierten Artikel von Welt-Online, dass man nicht aufhört, auch Tsipras vorzuwerfen, den „europaischen Gedanken auf das schwerste beschädigt zu haben.“
Wie man mit Menschen umgeht, die Sachverstand beweisen, sieht man leider zu oft. Schon Gregor Gysi hatte die Folgen des Euro 1998 korrekt und bis ins Detail vorhergesehen und wird noch immer diffamiert von den Medien.
Doch zu den Forderungen der Troika/Institutionen: Hier geht es um Privatisierungen, Steuererhöhungen und Kürzungen. Priorität hat nicht die steuerliche Verfolgung der Superreichen, denn auch das könnte man zur primären Bedingung machen. Stattdessen wurde in der Vergangenheit schon nur unter der Bedingung Geld gegeben, dass Griechenland deutsche Militärgüter kauft. Sparen beim Militär ist jedoch nicht angesagt: Hier sollen mindestens 2% des BIP weiter für das Militär ausgegeben werde, wie Herr Stoltenberg, Sprecher der NATO, das auch für Deutschland fordert.
Interessant ist in diesem Sinne die Analyse des Ökonomen Pofessor Heiner Flassbeck im österreichischen Fernsehen, der fragt, wer bei ständig steigenden Geldvermögen und einer gleichzeitgen Schuldensanierung in den nordeuropäischen Staaten wie Deutschland und Österreich die Schulden besitzen soll. Wollte man die Überschüsse und das Wachstum von 1,5% in Deutschland erreichen, dann müsste sich das Ausland für Deutschland um 220 Milliarden und für Österreich um 30-40 Milliarden verschulden. Er wirft Deutschland vor die Arbeitslosigkeit ins Ausland zu exportieren, indem man hier die Löhne gesenkt hat. So hatte es auch Gysi 1998 prognostiziert:
"Das heißt, wir wollen den Export Deutschlands erhöhen und damit die Industrie in Portugal, Spanien und anderen Ländern schwächen. Die werden verostdeutscht, weil sie diesem Export nicht standhalten können."

Fazit: In der Griechenlandkrise ist die Situation komplex, aber die Schuld der aktuellen Lage liegt bei den Menschen, die Griechenland in den Euro geschummelt haben, sie liegt bei den reichen Griechen, die massiv profitiert haben und sie liegt natürlich auch bei der EU und Deutschland. Die humanitäre Katastrophe ist eine Schande für Europa und generell! Ebenso ist es der Umgang unserer Medien mit Menschen, die sich gegen die Missstände richten. Diffamierungen, Verleumdungen und Lügen sind leider eher die Regel als die Ausnahme. Am Beispiel Janis Varoufakis kann man an einem relativ unverfänglichem Thema – es geht nicht um Terror oder Krieg – sehen, wie unsere Medien arbeiten. Ein Umlenken wäre dringend angebracht. Wie kann es sein, dass Millionen von Menschen in die humanitäre Katastrophe geschickt werden? Griechenland hat hohe Preise, auch durch eine hohe Mehrwertsteuer, die noch erhöht werden soll laut „Institutionen-Diktat“, die Menschen sind keine Selbstversorger mehr mit eigenem Land und das Flüchtlingsdrama kommt noch hinzu. Zum Leid der Griechen sollte man sich wirklich die beiden obigen guten Dokumentationen ansehen. Wie ist das alles möglich, obwohl Griechenland ökonomisch ein Leichtgewicht ist und nur 2% der Wirtschaftsleistung der EU erbringt? Moralisch wurde da total versagt.

Gregor Gysis Vorhersage der Euro-Krise

Angesichts der Euro-Krise hat Gregor Gysi am 23.  April 1998 im Bundestag als Sprecher der PDS schon alle Folgen der Währungsunion mit dem Euro, wie er damals geplant und umgesetzt werden sollte (und später auch wurde), vorhergesehen!

Die komplette Rede im Video:

Hier ein paar besonders wichtige Auszüge aus seiner Rede, die man sich gut anschauen kann, weil sie nur gut 16 Minuten lang ist:

"Das heißt, wir wollen den Export Deutschlands erhöhen und damit die Industrie in Portugal, Spanien und anderen Ländern schwächen. Die werden verostdeutscht, weil sie diesem Export nicht standhalten können. Das ist eines der Probleme, das zu einer weiteren Spaltung innerhalb Europas führt. (…) der Reichtum in diesem Europa wachsen wird, aber in immer weniger Händen liegen wird. (…) Mit der Demokratiefrage hängt übrigens auch zusammen, dass Finanz- und Geldpolitik kaum noch möglich sein werden. Die Zuständigkeit hierfür wird an die Europäische Zentralbank abgegeben. Sie wird dadurch anonymisiert. Damit wird erreicht, dass sich die Regierungen herausreden können, indem sie es auf die Bank schieben, und erklären können, dass sie keine politischen Spielräume haben, weil die Europäische Zentralbank bestimmte Vorgaben gemacht hat. Wer europäische Integration will, muss europäische Angleichungsprozesse einleiten. Dazu würde gehören, die Steuern zu harmonisieren, die Löhne und Preise anzugleichen und auch soziale, ökologische und juristische Standards anzugleichen. (…) Wenn Sie das alles politisch nicht leisten und statt dessen sagen, wir führen eine Einheitswährung ein, um die Angleichungsprozesse zu erzwingen, dann sagen Sie damit doch nichts anderes, als dass Sie ganz bewusst Lohnwettbewerb, also in Wirklichkeit, Lohndumping und Kostendumping, organisieren wollen. Den größten Vorteil hat immer derjenige mit den niedrigsten Steuern, den niedrigsten Löhnen, den niedrigsten Preisen und den niedrigsten ökologischen, juristischen und sozialen Standards; dieser wird sich durchsetzen. Das führt zu einem Europa des Dumpings, des Abbaus nach unten. Wer so etwas organisiert, der – das behaupte ich – organisiert nicht nur Sozial- und Lohnabbau, sondern er organisiert auch zunehmenden Rassismus. Das mag nicht bewusst geschehen, aber es wird die Folge sein. (…) Wer aber die Angleichung über die Währung erzwingt, der erzwingt eine Angleichung nach unten mit all ihren katastrophalen sozialen Folgen."
Sinkende Löhne, kaputte Wirtschaft in Südeuropa, soziale Katastrophen, mehr Hass und Vorurteile bei breiten Teilen der Bevölkerung, alternativlose Politik aus ökonomischen Sachzwängen, Vorgaben der nicht gewählten Zentralbank (Troika/Institutionen), Vergrößerung der Spaltung zwischen Arm und Reich (Spitzenreiter Griechenland), Zweifel an der Demokratie… –> ALLES ist eingetreten!!!

Das Schlimmste ist, dass diejenigen, die so etwas prognostiziert haben und hohen Sachverstand bewiesen, auch heute noch vom Mainstream als inkompetent hingestellt werden. Varoufakis, der griechische Finanzminister, der damals schon vor dem Euro für Griechenland warnte, wird zum Beispiel als komplett inkompetent und verrückt dargestellt und von einem Martin Schulz quasi als Hampelmann tituliert, mit dem man ja wirklich nicht argumentieren kann. Unglaublich!