Die Heiligsprechung des Börsenspekulant George Soros durch das ZDF

Neulich (5. November 2014) hat das ZDF ein Interview mit George Soros gedreht, einem der reichsten Menschen der Welt. Die Geschichtsbücher über Börsengeschichte und Raatgeber über Börsenweisheiten sprechen von George Soros als Berühmtheit, weil er gegen das britische Pfund gewettet hatte und so ein Milliardenvermögen auf Kosten des britschen Steuerzahlers gewann. Er hat die englische Notenbank besiegt. Menschen wie er sind der Grund, weshalb man immer (berechtiger Weise) argumentiert, ohne Euro wären die einzelnen Nationalwährungen doch nur Spielbälle von Spekulanten.

Das alles wäre nicht so schlimm, könnte man doch George Soros als einen cleveren Kopf bezeichnen, der nur die Schwächen des Systems legal ausgenutzt hat. Trotzdem ist es unverständlich, wie man George Soros im ZDF als Idealist und Wohltäter verklärt, der nun uns Deutschen erklärt, warum Aufrüstung die beste Lösung ist. Es geht ihm auch nicht um edle Ziele, wie man folgendem Bericht entnehmen kann:

Krieg als Geschäft: US-Spekulanten warnen vor Frieden in der Ukraine

Der Milliardär George Soros hat eine wilde Attacke gegen Wladimir Putin geritten. Er fordert, dass der IWF sofort 20 Milliarden Dollar in die Ukraine pumpen solle. Wenn sich Poroschenko und Putin nämlich nach der Wahl am Sonntag verständigen, drohen einigen US-Spekulanten bei einem Schuldenschnitt der Ukraine massive Verluste. Sie wollen, dass für ihre riskanten Wetten der IWF und die EU zahlen. (Hier den ganzen Artikel lesen. Erschienen bei den DWN.)

Das Interview im ZDF von 5 Minuten, kann man sich entweder selber anschauen (ich hoffe es ist noch lange online) oder den Text lesen, der hier im Wortlaut aufgeschrieben ist.

Soros

(Screenshot aus dem Video)

Das Interview im Wortlaut:

Wulf Schmiese (an den Zuschauer): Wir sind hier zu Gast bei George Soros, einem der reichsten Männer der Welt. ER war einer der berühmtesten Spekulanten und nun steckt er große Teile seines Milliardenvermögens in den Aufbau von Demokratien weltweit.
Schmiese: Ist es wirklich wert, so viele Millionen Dollar in den Aufbau der Demokratie in der Ukraine zu stecken?
George Soros: Wenn Russland die Ukraine angreift, so greift es indirekt die EU an. Die EU sollte sehr stark hinter der Ukraine stehen.
Wulf Schmiese: Wieviel Milliarden müsste die EU der Ukraine geben, damit sie stark genug ist, um Russland zu widerstehen?
George Soros: Ich denke der Internationale Währungsfond sollte gemeinsam mit Europa weiter 20 Milliarden Euro in die Ukraine stecken. Das sind wirklich Peanuts im Vergleich dazu, was man in einem Krieg investieren müsste.
Wulf Schmiese: Was würde denn passieren, wenn die Europäische Union eben nicht das Geld aufbringt, der Ukraine zu helfen, so wie sie es vorschlagen.
George Soros: Sollte es Putin gelingen die Ukraine zu neutralisieren, dann könnte er seine bewährte Methode im Baltikum anwenden und dann wäre die Nato angegriffen.
Wulf Schmiese: Viele Geschäftsleute in Deutschland sind gegen Sanktionen gegen Russland. Was sagen sie? Sind sie für Sanktionen?
George Soros: Sanktionen sind ein notwendiges Übel. Die deutsche Wirtschaft hat stark investiert in Russland. Sie wusste, dass sie damit ein großes Risiko eingeht. Eben weil es so riskant war, war es auch so profitabel. Wer ein Risiko eingeht, muss es dann auch tragen.
Wulf Schmiese: Viele Menschen in Deutschland akzeptieren Putins Politik und sagen „bloß nicht mit dem Bären anlegen!
George Soros: Diese Menschen kapieren es eben nicht. Die Ukrainer kämpfen für die Freiheit [So wird übersetzt. Soros benutz im Original IMMER freedom, also Frieden und nicht Freiheit! Ich gebe hier jedoch die im ZDF gesendete Übersetzung wieder]. Freiheit ist ein Wert, der unbezahlbar ist. Es ist wie die Luft zum atmen. Die scheint ja auch nichts zu kosten. Erst wer keinen Sauerstoff mehr hat, versteht wie kostbar er ist. Und ebenso ist es mit der Freiheit.
Wulf Schmiese: Sie sind geboren als Georg Schwarz 1930 in Budapest. Ihr Vater hat den Namen in Soros geändert, damit ihnen als Jude nichts passiert. Das ging auch gut in Verstecken, aber sie haben dann die Russen erlebt als Besatzungsmacht und sind dann nach Amerika gegangen. Ist das der Grund, dieses Erlebnis in ihrer Biographie, dass sie die russische Politik bis heute fürchten?
George Soros: Ich bin gegen das Putin-Regime und zwar in der gleichen Weise wie ich gegen das Hitler-Regime war. Es ist der Glaube an bestimmte Werte, die nichts mit Geld zu tun haben.
Wulf Schmiese: Wie beurteilen sie Merkels Politik?
George Soros: Leider scheint sie nicht zu begreifen, dass ihre Sparpolitik, die sie für ganz Europa diktiert, unangemessen ist in Kriegszeiten wie diesen. Wer im Krieg ist, muss an erster Stelle seine Ressourcen nutzen und wenn nötig seinen Einsatz noch erhöhen.
Wulf Schmiese: Nun sagen ja viele Leute: Grade Leute wie sie, Hedge-Fondmanager, Spekulanten, Großkapitalisten, haben ja die europäische Finanzkrise mit verursacht. Deswegen sind wir so schwach. Was antworten sie denen.
George Soros: Die Finanzmärkte sind nun einmal nicht dem Fahrplan der EU gefolgt vor einigen Jahren. Sie waren schneller und angriffslustig. Dasselbe geschieht grade wieder eben durch Putin. Diesmal hat er die EU überrumpelt.
Wulf Schmiese: Sie haben auch Philosophie studiert. Stimmt es eigentlich, was man immer sagt „Geld regiert die Welt“?
George Soros: Ich glaube Geld ist sehr einflussreich. Menschen hören auf mich, weil ich sehr erfolgreich im Geld machen war und nicht wegen der Werte für die ich mich einsetzte, wie Frieden, Demokratie und Gerechtigkeit.
Wulf Schmiese: Vielen Dank!

Fazit:

Natürlich geht es um Geld und Macht. Während der Ukrainekrise, die man selber mit „Demokratisierungsmaßnahmen“ angeheizt hat, hat man sich billigst mit ukrainischen Anleihen eingedeckt, weil diese als hochriskant und als wahrscheinlicher Totalausfall galten und nun sollen diese Papiere mit Hilfe von internationalen Krediten voll ausgezahlt werden. Danach sind die Taschen der Spekulanten voll und die Ukraine hängt endgültig am Schuldentropf! Landwirtschaft und Bergbau werden modernisiert, aber die Güter werden zur Schuldenbegleichung exportiert. Natürlich exportiert man dann exklusiv Richtung Westen, weil Russland und notfalls auch China mit Nazideutschland gleichsetzt werden.

Es ist schon schockierend zu sehen, wie im ZDF ein aggressiver agierender Börsenspekulant unhinterfragt Propaganda betreiben darf. Kann man noch tiefer sinken? Sind beim ZDF nur Menschen ohne jegliche geschichtliche Bildung am Werk? Eine solche Verharmlosung deutscher Schuld habe ich selten erlebt. Alleine die Verharmlosung von Hitler und Nazideutschland ist doch schon strafbar! Wie kann man Hitler, einen Psychopathen, einen Massenmörder, einen Menschen, der ganze Völker als Untermenschen beseitigen oder versklaven wollte, mit einem gewählten Staatsmann vergleichen, der keine Menschen umbringt und zu dessen größten Verbrechen beispielsweise das Senden von ungenehmigten Hilfskonvois zählt? Das alles undokumentiert und nicht kritisch hinterfragt! Eine Schande für das ZDF!

 

 

 

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