Eugen Drewermann – er wäre der bessere Bundespräsident

Eugen Drewermann, der bekannt dafür ist, ein Mensch zu sein, der sich immer zu seiner Meinung gestanden hat, hielt im Rahmen einer Demonstration Gegen Herrn Gauck in Berlin am 13. Dezember 2014 eine Rede, die mich tief beeindruckt hat. Ich habe die Rede hier verlinkt und sie gleichzeitig auch persönlich abgetippt. Herr Drewermann hat die Lehre aus den Katastrophen des 20.-ten Jahrhunderts gezogen und wir sollten ihm zuhören und uns nicht von den militaristischen und geschichtsvergessenen Irrlehren eines Herrn Gauck blenden lassen.

Rede von Eugen Drewermann am 13.12.2014 im Wortlaut (Berlin vor Schloss Bellevue):

Meine sehr verehrten Damen und Herren, liebe Freundinnen und Freunde des Friedens,
wir stehen hier in den Vorweihnachtstagen, um auszusprechen was hier wohl jeder fühlt. Wir wollen Frieden und keinen Krieg. Als Theologe möchte ich Herrn Gauck daran erinnern, dass er seinen Gemeinden, als er noch im Dienst war, wohl nicht erläutert hat, wie die Engel über den Fluren von Bethlehem zur Friedenspolitik des Kaisers Augustus von Rom aufriefen. Genau das Gegenteil der „Pax Romana“ war gemeint. Wer dich auf die eine Wange schlägt, dem halte noch die andere hin. Das ist das Gegenteil von Aufrüstung. Glücklich, heißt es in der Bergpredigt, wage ich die Menschen zu nennen, die in dieser Welt den Mut haben, wehrlos zu bleiben. Davon ausgehen erscheint es wie eine Perversion der christlichen Werte, die sie verteidigen, wenn sie uns erläutern es sei Verantwortung, Kriegsbereit in aller Welt zu werden. Wir sind das nicht, wir sind dagegen.
Wohl ist es wahr, als wirtschaftsstärkster Staat Europas haben wir weltweit Verantwortung, aber unter Frau Merkel ist die Verantwortung dahin gediehen, dass wir an dritter Stelle der waffenexportierenden Länder stehen. Das wollen die Mehrheit in Deutschland nicht länger dulden, wir auf keinen Fall. Und wenn Herr Gabriel unter parlamentarischer Kontrolle Machenschaften wie Panzer nach Saudi-Arabien zumindest zu Problematisieren sucht, soll er dann weiterhin zurückgepfiffen werden von dem Geheule und Gejaule der Waffenindustrie EADS, MBB, Heckler & Koch und wie sie alle heißen. Seit wann sind Geschäfte und Profite wichtiger als Menschenleben. Oh ja, Verantwortung hätten wir. Inmitten einer Welt in der 50 Millionen Menschen Hungers sterben, hätten wir Verantwortung dafür zu sorgen, dass die Nahrungsknappheit endet, Trinkwassermangel beseitigt wird, Überbevölkerung reduziert wird, Umweltzerstörung eingedämmt wird, Wirtschaftsmigrationen von Millionen Menschen im Elend endlich ein Ende hätten. Stattdessen sehen wir, wie das Mittelmeer in ein Massengrab verwandelt wird, abgewehrt mit militärischen Mitteln von Frontex, bezahlt in Berlin, Sitz in Warschau. Um das Wirtschafts-Wohlstandskontinent-Gebiet Europa an den Südgrenzen abzuschotten. Das ist nicht Verantwortung Herr Gauck, das ist das Gegenteil, erbarmungslosen Zynismus und Wegsehens.
Seit 1989 hätten wir eine wunderbare Chance gehabt und könnten sie noch heute ergreifen. Damals erklärte Gorbatschow Bush dem Älteren nach dem Zusammenbruch des Warschauer Paktes könnte auch die NATO sich auflösen und der gesamte Korridor vom Ural bis zum Atlantik entmilitarisiert sein. Stellen wir uns eine Welt vor, in der die ungeheuren Mittel an Wissen und an Wirtschaft, an Wohlwollen und Frieden konvertiert würden endlich in die Lösung der wirklichen Aufgaben der Menschheit, statt in den Wahnsinn, die Ostausdehnung der NATO, als Friedensersatzpolitik hoch zu sterilisieren. Der wichtigste Beitrag zur Friedenspolitik lautet: Raus aus der NATO! Sie ist niemals das gewesen wofür man sie ausgegeben hat. 35 Jahre hat man den Deutschen beigebracht, dass sie Soldaten stellen müssten, um mit den furchtbar kalten aller Kriegswaffen zu verhindern, dass wir jemals angegriffen würden. Die Friedenspolitik der „balance of power“, die Friedenspolitik der wechselseitigen Abschreckung, dafür brauchten wir Atomwaffen, bakteriologische Waffen, chemische Waffen, Napalmbomben – alles was dazu beiträgt, Völkerrecht zu brechen lag und liegt noch heute in den Arsenalen der NATO. 1989 hatte sie ihre Funktion verloren und plötzlich offenbart sie was sie immer wollte: die Hegemonialansprüche der USA zu globalisieren, ohne Halten, ohne Grenzen, für die Durchsetzung der Kapitalinteressen. Wir haben keinen Grund in einem Bündnis zu verbleiben, dass seine kriminellen Machenschaften und Absichten so offen ausspricht, wie das derzeit geschieht. Wollen wir wirklich von Herrn Stoltenberg uns sagen lassen es müssten die Europäer ihre Militärausgaben auf 2% des Bruttosozialproduktes steigern? Wir haben unter Adenauer 1963 als Bundesrepublik West versprochen, es würden 0,7% des Bruttosozialprodukts eingesetzt werden für Entwicklungshilfe. Niemals ist es in all der Zeit auch nur bis zu 0,4% gekommen und abkassiert haben wir aus den Schuldenzinsen aus den Entwicklungsländern das 25-fache. Niemals war die Not der Dritten Welt ein Motiv dieser Art von Politik, aber nun das 5-fache, 2% des Bruttoinlandsprodukts für Rüstung ist das Ende und die Perversion der Weltverantwortung.
Herr Gauck, wir sind gegen den Krieg, weil jeder Krieg sich richtet gegen das was Weltverantwortung bedeuten würde und die Lüge lassen wir uns nicht beibringen, wir würden wegschauen, bloß weil wir endlich hinsehen. Oh ja, Putin bedroht den Weltfrieden. Die Rüstungsausgaben Russlands liegen bei 80 Milliarden Dollar. Das ist unglaublich viel; aber grade bewilligt man den USA 500 Milliarden Dollar, plus die Milliarden Dollar, die nötig sind das Ausspähprogramm der NSA weltweit zu etablieren, um die Kontrolle über die gesamte Menschheit zu erringen. Zusätzlich zu den geheimen Einsätzen der CIA so ziemlich rund um diesen Globus. Plus der Aufrüstung des Weltraums mit der NASA. Das alles unverrechnet muss ich addieren mit den rund 300 Milliarden, die die NATO-Staaten aufzubringen haben. Das ist gesamtgerechnet mehr als das zehnfache von allem was Russland ausgibt zu seiner Verteidigung. Wer hat da Grund sich vor wem zu fürchten? 1989 versprach man Gorbartschow es würde die NATO sich keinen Zentimeter nach Osten wegbewegen. Genscher noch verhandelte über die Wiedervereinigung Deutschlands auf der Basis der Vorstellung, dass die neuen Bundesländer entmilitarisiert bleiben würden. Zwanzig Jahre hat man in Neuruppin darum gekämpft, dass die Bundeswehrpläne zur Einrichtung eines Bombodroms dort selbst endlich scheitern konnten. Im Übrigen ist der Durchmarsch der NATO komplett: 11 Staaten, wie eine Krake jetzt, umklammern die Westgrenze Russlands. Die NATO steht in Georgien, will in die Ukraine, richtet ihre Stützpunkte ein in Kasachstan, Kirgisien und Usbekistan, beansprucht die Lufthoheit in Mittelasien über Afghanistan, überall wo die NATO nicht hingehört steht die NATO heute. Sie ist kein Verteidigungsbündnis, sie ist das aggressivste Bündnis, das die Menschheit je gesehen hat.
Ich höre sagen wir müssten aber den Kurden helfen, also müssten wir Waffen haben, also bräuchten wir 100 Leute, die sie ausbilden, um effizient mit den unseren Waffen umzugehen. Wann hätten uns die Kurden jemals interessiert. Die Verteidiger in Kobane gehören zur PKK und sind deshalb eine terroristische Vereinigung. Zum ersten Mal im Jahre 1925 wurden Kurden bombardiert von Briten aus der Luft, weil man auf dem Boden ihrer Füße Erdöl zum ersten Mal geologisch prospektiert hatte. 17 Millionen Kurden mit einer tausendjährigen Kultur warten darauf ein Volk sein zu dürfen, aber das dürfen sie nicht, denn es könnte die Interessen des NATO-Staates Türkei berühren. Deshalb waren sie nie etwas anderes als ein Prellbock: gegen Saddam Hussein, gegen Assad in Syrien; immer sollten sie kuschen so wie die Amerikaner es haben wollten. Dafür sind die zu schade und lediglich die Option einen eigenen Staat bilden zu können verdiente unsere Unterstützung, das wechselseitige Abschlachten jetzt in keinster Weise.
Die gesamte Wehrpolitik steht heute vor einem Problem, das nicht zuletzt begonnen hatte mit dem Baron von und zu Guttenberg, als er kostengünstig, wie er versprach, die Wehrplicht-Armee umwandelte in eine Berufsarmee. Nötig wurde das, weil immer weniger bereit waren, dahin zu gehen. Jetzt steht die ehemalige Familienministerin Frau von der Leyen als Kriegsministerin vor der ihr gegebenen Aufgabe, die Bundeswehr in der Mitte der Gesellschaft ankommen zu lassen. Ich sage schon vorweg: Bei uns wird sie niemals ankommen! Es ist vielleicht möglich bei Verbesserungen der digitalen Kommunikation, bei Verbesserung des Mensa- und Kasernenessens, bei Freizeit am Wochenende und ähnlichen Maßnahmen das gesamte Image der Bundewehr gebrauchsfreundlicher zu machen, so wie Frau von der Leyen spricht: gleichwertig mit anderen Unternehmen. Frau von der Leyen, die Bundeswehr ist kein Unternehmen unter anderen. Was man dort lernt, ist das Töten von Menschen auf die effizienteste Weise. Und wir lassen uns das auch nicht scheibchenweise als Normalität verhökern. So wie es uns egal sein könnte, wenn man uns die Blutwurst über die Theke schiebt, wie die Zustände in den Schlachthäusern an der Peripherie der Großstädte sind. Wir interessieren uns dafür, wie sie gedenken Sicherheit zu produzieren. familienfreundlich – also da sieht man in Potsdam das Väterchen sitzen und abarbeiten den Mordbefehl zur außergerichtlichen Tötung in 10000 Kilometern Entfernung mittels Drohnen und sein Söhnchen sitzt auf seinem Schoß und lernt, wie man die Sache in 10 Jahren womöglich noch verbessern kann. Soll das die Zukunft sein mit der wir unsere Kinder erziehen und die ihnen beibringt, was Weltverantwortung bedeuten könnte? Kein Drohnenangriff den die Amerikaner fliegen, ohne dass er koordiniert würde im deutschen Rammstein. Alle wissen das, aber es ist dringend nötig diese missbräuchliche Form einen deutschen Stützpunkt zu benützen zu denunzieren und abzuschaffen. Wir brauchen nicht Waffen, die Töten ohne dass wir eigene Soldaten gefährden, wir brauchen die Abschaffung von Waffen, damit niemand mehr gefährdet wird.
Oh ja, man geht nicht in andere Länder hinein spricht Obama mit Blick auf die Krim und auf die Ukraine. Wer bitteschön seit 1965 hat denn nötig in Vietnam einzudringen, im Irak, in Somalia, Lybien und Syrien zu verwüsten? Wer hat denn nötig ein zweites Mal in den Irak einzubrechen und in der Zwischenzeit mehr als eine Million Menschen durch die Embargopolitik in den Tod zu treiben? Allein das Agent Orange bei der Entlaubung des HoCheMin-Tals in Vietnam hat bis heute seine Folgen in Gestalt von Fehlgeburten, Krebszellen. Das abgereicherte Uran im Süden des Irak mit denselben Wirkungen. Nicht einmal die Minen in Afghanistan will die Bundeswehr bekannt machen, aus Sicherheitstaktischen Gründen. Aber wir jetzt sollen 100 Soldaten in den Norden des Irak schicken, damit man ihnen beibringt wie man Minen entschärft. Zynischer kann die Verhöhnung der deutschen Bevölkerung nicht ausfallen als mit solchen Statements.
Dass weder Herr Gauck, noch Frau Merkel, noch Frau von der Leyen zu begreifen scheinen ist, dass es eine totale Veränderung des Bewusstseins bedeutet, wenn man Jugendlichen beibringt, dass ab sofort zu gelten habe: du oder ich und wie tötet man den sogenannten Fein am schnellsten und am radikalsten. Grade weil wir hinsehen sollten wir ein Stück weit und erinnern. Es war 1918, als alle in Europa hätten sagen müssen: Es ist nicht denkbar, dass nach dem Hinschlachten von 10 Millionen Menschen irgendeiner diesen Krieg gewonnen haben könnte. Wir alle haben unserer Menschlichkeit verloren. In den Materialschlachten von Verdun, von Ypern und Cambrai. Wir alle schließen uns zusammen in dem Wissen, das da lautet: Nie wieder Krieg! Stattdessen wollten die einen den Krieg nicht verloren und die anderen ihn gewonnen haben. So ereignete sich die Urtragödie im 20.-sten Jahrhundert. Genau 100 Jahre später könnten wir endlich begreifen: Mit Bomben schafft man Friedhöfe, doch niemals Frieden.
Wer heute Soldat wird tut es um Geld zu verdienen in der Logik von Frau von der Leyen. Man könnte genauso gut Straßenkehrer, Schlachter, Bäcker oder irgendsonstwas sein. Wir sind zurückgefallen auf das Söldnertum der Zeit des Dreißigjährigen Krieges. Wir haben jetzt Killerprofis, die auf Befehl hin töten. Nur fürs Geld. Für keinen anderen Anspruch mehr. Alles andere wird geredet, um eine ideale Motivation aufzubauen, die sich selber Lügen straft. Auch das konnte man lernen aus dem sogenannten ernsten Weltkrieg schon. 12 Jahre hatte Erich Maria Remarc nötig, um zu Papier zu geben: Wenn das möglich war, damit meinte er die Stahlgewitter an der Westfront, war alles umsonst, was wir jemals Kultur genannt haben von Platon bis Schopenhauer. 6 Wochen Ausbildung haben genügt, dass wir durch den Dreck robben für irgendjemanden, der die richtigen Epoletten hat. Wir sind zu Tieren geworden, zu Mördern geworden, wir haben aufgehört Menschen zu sein.
Was sagen wir denen - in den Schulen - denen Frau von der Leyen die Offizierspropaganda der Bundeswehr angedeihen lassen will. Wenn in Sachsen Anhalt man darüber nachdenkt, ob auf jeden Bundewehroffizier in den Schulen nicht auf ein Pazifist sprechen sollte, um unsere Anliegen zu vertreten, jault die CDU im Voraus und man wird das Anliegen niederschmettern, denn die Bundeswehr ist ein Verfassungsorgan und dagegen zu sein wäre Wehrkraftzersetzung. Genau das ist es, was wir wollen! Wehrkraftzersetzung und Abschaffung der Bundewehr. Wir haben beim Töten nämlich Skrupel und wir wollen sie erzeugen.
Ich denke an den Bomberpiloten Harold Nash von der Royal Airforce: Juli 1943, die Operation Gomorrha wurde geflogen auf die Hansestadt Hamburg, round-the-clock-bombing, 40000 Tote in Hammerbruck in einer einzigen Nacht. Nash beschreibt es in seinen Worten: Wir sahen unter uns ein schwarzes Band wie Samt, bestickt mit Perlen und wir wussten, dass das, was wir da drunten anrichten, schlimmer ist als Dantes Inferno, aber wir sahen ja nur Feuer, wir sahen keine Menschen, sonst hätten wir das gar nicht tun können.
Soll die Antwort darauf wirklich lauten, wir brauchen es gar nicht zu sehen, wir morden digital in 10000 Kilometer Entfernung, dass es unsere Nerven nicht berührt? Ist das die Antwort jetzt, Herr Gauck, Frau von der Leyen? Und am schlimmsten der Gehorsam: Keine Armee der Welt, die ihren Frauen und Männern etwas anderes beibringt, als dass man strammsteht auf Befehl. Selbst die Folterspezialisten in den Lagern in Bagram, Polen, Ägypten, Syrien, werden in Schutz genommen von Bush dem Jüngeren und Dick Cheney damit, dass die sie nichts anderes waren als Patrioten, die ihre Befehle ausgeführt haben. Das könnten die Amerikaner wirklich wissen. 1946 in Nürnberg in den Kriegsverbrecherprozessen richteten sie an die Nazigranden genau diese Frage, wie sie Verantwortung wahrnehmen und sie hörten das Gedudel der Soldateska aller Welt: Befehl ist Befehl, und zu Recht sagten die Ankläger: Diese ist der Anfang des Verbrechens. Man kann seine Persönlichkeit nicht abgeben an der Garderobe der Weltgeschichte, bloß weil man sich die Uniform anzieht.
Wie aber überhaupt kann man dann Soldat werden? Einer der desertierte, Joshua Keyne, in Bagdad schreibt kurz und bündig: Wir bekämpfen hier keine Terroristen, wir sind selber Terroristen. Und er hatte es erlebt wie einer seiner Kameraden ein Mädchen, dass immer wieder mit seinem Geschwisterchen auf dem Arm zum Kasernenhof kam, um dort zu betteln, niedergeschossen wurde im Verdacht, es könnte ja einer von Al Qaida sein mit einem Sprengstoffgürtel um den Bauch. Angst und Gewalt, das ist die Logik des Krieges, und nur solange die Mächtigen uns Angst einjagen können, etabliert sich ihre Macht im Waffengang. Vor euch, Herrn Gauck, Frau Merkel, Frau von der Leyen und wie sie alle heißen, haben wir aufgehört und noch zu ängstigen. Wir sind dabei euch Angst zu machen, weil ihr die Basis, den Rückhalt der Bevölkerung, verliert.
Ich sage es wie zur Zusammenfassung mit Worten die Dichter, Wolfgang Borchert 1947 sterbenskrank in einem Baseler Hospital als ein Vermächtnis der Menschheit niedergeschrieben hat: Die Lektion aus dem zweiten Weltkrieg, die Lektion aus jedem Krieg: Es ist nicht wahr, dass unser Pazifismus ein Reflex der Nachkriegszeit sei, es ist die prinzipielle Überzeugung jeder Vorkriegszeit. Grundsätzlich gegen jeden Krieg sind wir. Und so schrieb Wolfgang Borchert: Mann an der Werkbank, wenn sie wiederkommen und dir sagen, du sollst statt Kochgeschirren und Wasserrohren, Kanonen und Handgranaten ziehen – Mann an der Werkbank sag: Nein! Und Mutter, Mutter in Deutschland, Mutter in der Ukraine, wenn sie wiederkommen und dir sagen, du sollst Kinder gebären, Jungen für die Schützengräben, Mädchen für die Spitäler, Mutter in Deutschland, Mutter in der Ukraine, sag: Nein! Mann im Labor, Mann am Katheder, wenn sie wiederkommen und dir sagen du sollst den neuen Tod für das alte Leben erfinden, Mann im Labor, Mann am Katheder, sag: Nein! Pfarrer auf der Kanzel, Herr Gauck, wenn sie wiederkommen und dir sagen du sollst die Waffen segnen und den Krieg rechtfertigen, Pfarrer auf der Kanzel, sag: Nein!
Dann wenn ihr nicht nein sagt, wird das immerzu so weitergehen. Wir sind dafür: Stopp der Rüstung, raus aus der NATO, Abschaffung der Bundeswehr, Konversion all der Mittel für den Frieden. Der Frieden ist die Zukunft, der Krieg ist die Vergangenheit und wir weigern uns das deutsche Bewusstsein zurückdrehen zu lassen in die Steinzeit. Wir freuen uns auf die Tage zur Weihnacht und auf ein neues Jahr, das die alten Fehler meidet. Dankeschön!

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