Alice Bota beleidigt wieder den Verstand ihrer Leser und hetzt für den Krieg

Alice Bota, eine der schlimmsten Oberhetzerinnen antwortet in der Zeit angeblich auf einen realen Leserbrief und „hinterfragt ihre Fehler“. Zu Beginn schriebt sie: „B. [der Leser] schreibt auf eine Art, die ich schon von anderen wütenden Lesern kenne, die ihre Kritik genauer zu fassen versuchen.“ Der Leser schrieb ihr auch: „Wie man [also sie] denn dazu komme, zu behaupten, Russland sei an dem Krieg in der Ostukraine beteiligt? Dafür gebe es keine Beweise!“

Ich habe hier einmal auf ihren Propagandaartikel geantwortet (in roter Farbe), wobei ich ihre einleitenden Absätze weggelassen habe:

Meist schreibe ich [Alice Bota] dann ausführlich zurück [den erbosten Lesern]. (Bei den vielen Leserbriefen kann eine Person das nicht leisten „meist zurückzuschreiben“ also über 50% davon wirklich zu beantworten. Für wie dumm hält sie die Leser?) Doch, schreibe ich, es gibt Beweise. Es gibt russische Soldaten, die in Särgen aus der Ukraine heimkehren und Angehörige, die nicht über ihr Leid sprechen dürfen. Es gibt russische NGOs wie das Komitee der Soldatenmütter, die versuchen nachzuvollziehen, wie viele ihrer Söhne bereits in der Ukraine starben. (Diese russischen NGOs sitzen in Russland, sind aber nicht russisch. Das Komitee der Soldatenmütter von Sankt Petersburg, welches immer zitiert wird, wurde nach offiziellen Zahlen von den USA finanziert und wird es sicher noch immer. Leider werden die Zahlen nicht mehr veröffentlicht. Dass es tote Russen gibt, ist auch normal, die Frage ist, ob es Soldaten gab, die in der Ukraine regulär kämpfen mussten. Da gibt es KEINE Beweise.) Es gibt Berichte wie die des Armament Research Services, die russische (aber nicht nur die) Waffen in der Ostukraine identifizieren konnten – mal davon abgesehen, dass man sich doch zumindest wundern muss, wenn binnen weniger Monate ein Haufen lokaler Aufständischer eine professionellere Armee hat als die Ukraine. (Russische und ukrainische Waffen sind baugleich! Für offizielle russiche Soldaten gibt es noch immer keine Beweise, was Frau Bota hier andeuten will! Es handelt sich auch nicht um einen Haufen lokaler Aufständischer. Die Ostukraine hat 8 Millionen Menschen, die für ihre Heimat kämpfen und zudem vor dem Krieg die wirtschaftlich stärkste Region der Ukraine war – auch bezüglich der Stahlproduktion. Ein gut funktionierendes Ruhrgebiet! Militärische Expertise haben sie auch, weil eben viele Janukowitsch-Anhänger aus Armee und Berkut sich für diese Seite entschieden. Ein ziemlich großer Haufen!) Es gibt russische Geheimdienstler wie Igor Girkin, der an der Annexion der Krim und dem Krieg in der Ostukraine beteiligt war und offen über die russische Taktik spricht. (Ja, das ist wahr, wobei er nie reguläre Truppen im Donbass erwähnt hat, denn das war eine Medienlüge. Zudem bestreitet niemand die Beteiligung der Russen in der Krim. Putin hat neulich noch einmal gesagt, dass sie die Krim besetzt haben, weil bei einer Vorabumfrage schon 75% der Krimbevölkerung nicht unter dem rechtsextremistischen Regime in Kiew leben wollten und sich bedroht fühlten. Die hiesigen Medien haben hier auch wieder gelogen und Putin eine rein imperiale Annexion unterstellt.)
Die Liste ließe sich fortsetzen. (Dann könnte man noch mehr widerlegen. Sie schreiben doch schon ihre besten Argumente.) Was es nicht gibt, ist das Eingeständnis des russischen Präsidenten Wladimir Putin, dass er Krieg führt in der Ostukraine. (Stimmt!) Und für viele scheint nichts wahr sein zu können, was Putin nicht bestätigt hat. (Blanke Diffamierung!)
Doch selbst das Wort des russischen Präsidenten scheint nicht immer zu reichen. Es ist Monate her, dass Putin zugegeben hatte, seine Soldaten auf die Krim geschickt zu haben. Aber erst jetzt, als er im russischen Fernsehen wieder davon sprach, scheint diese Tatsache in Deutschland wirklich anzukommen. (Die Sachlage hat sich nie verändert und jeder weiß, dass die russischen Soldaten die Eingliederung der Krim an Russland unterstützt haben. Immerhin gab es deshalb keine Toten, aber das sind Maßstäbe, die Frau Bota nicht interessieren. Es handelt sich auch um eine Separation, weil unstrittig die Krimbewohner mit großer Mehrheit zu Russland wollten. Laut GfK-Umfrage sind heute 93% der Krimbewohner glücklich über diesen Schritt. Der Westen bewertet halt nach Gusto entweder die nationale Integrität oder das Selbstbestimmungsrecht der Völker als wichtiger – wie es passt. Länder zerschlagen mit Kriegslügen ist okay, wie in Jugoslawien, aber nicht zu Lasten des Westens, wenn die zerschlagenen Gebiete sich nach Osten wenden könnten. Den Südosseten und Abchasiern wird die Unabhängigkeit verweigert, obwohl sie von ihrem eigenen Land schon mit Hilfe der Amerikaner angegriffen wurden. Der Georgienkrieg wurde mit Saakaschwili vom Westen angezettelt und begonnen!)
 Noch vor einem Jahr wurden Medien, vor allem die öffentlich-rechtlichen Sender, dafür angegangen, wenn sie das Offensichtliche aussprachen: dass russische Soldaten die Krim besetzten. Jeder, der vor Ort war, konnte es selbst sehen, ja, konnte sogar die Soldaten danach fragen. Aber das zu sagen oder zu schreiben? Unterstellungen! Vorurteile! Lügen! (Beweise für offizielles russisches Militär gibt es halt nicht. Das haben die UNO und auch das ukrainische Außenministerium zugeben müssen. Heulen sie weiter! Keiner bezweifelt informelle Unterstützung, wie sie auf Seiten Kiews auch vom Westen geleistet wird.)
Der Leserbrief von Herrn B. steht für ein Phänomen, nämlich die Flucht in die Relativierung, wenn es um die russische Politik geht. Mal speist sich diese Relativierung aus der Angst, dass Deutschland in diesen Krieg hineingezogen werden könnte, mal aus dem Misstrauen gegenüber den Amerikanern, mal aus dem Hass auf sie; mal aus einer empfundenen historischen Schuld gegenüber Russland (die paradoxerweise selten den Ukrainern, Belarussen und Polen zuteil wird); mal aus Europaverachtung; mal aus Überforderung. (Die Farbrevolutionen sind real, die 5 Milliarden Dollar Destabilisieungsgeld für die Ukraine sind real, das Landgrabbing in der Ukraine ist real, die Jagd nach dem ukrainischen Gas und den Pipelines ist real. Das Misstrauen gegen die Amerikaner ist hingegen durchaus begründet. Erwähnen sie doch mal Brzezinski, der ein enger Vertrauter Obamas ist. Unterstellen sie nicht ihren Kritikern falsche Motive!)
Die Relativierung ist ein Prinzip der Propaganda, wie sie das russische Fernsehen betreibt, die aber längst über die russischen Grenzen hinaus wirkt. Alles muss denkbar und auch das Offensichtliche nur als eine Variante von vielen erscheinen. Indem viele unterschiedliche, sich widersprechende Versionen gestreut werden (beim Abschuss der MH-17 hieß es, die Passagiere seien schon tot gewesen, von Amerikanern getötet, oder: der Abschuss habe Putin gegolten) (unterschiedliche Theorien werden nicht nur vom Osten gestreut. Die Aufklärung von MH17 wird vom Westen verschleiert und die Hauptverdächtigen (Ukrainer) sind bei der „Aufklärung dabei und haben das Recht alle Ergebnisse, die es vielleicht einmal geben wird, als geheim zu klassifizieren. Hätte man inkriminierendes Material gegen Russland, wäre das schon lange ausgepackt. Thematisieren sie doch BITTE MH17 – und zwar richtig. Fragen sie, warum die Aufklärung sabotiert wird!); indem falsche Fakten so oft wiederholt werden, bis sie richtig erscheinen (zum Beispiel, dass amerikanische Blackwater-Söldner in der Ukraine kämpfen. Bislang ist das Unsinn) (Diese „Propaganda“ hat es bis auf Phönix geschafft. Blackwater heißt übrigens inzwischen Academi und es ist einfach ein Fakt, dass die USA inzwischen mehr Söldner von privaten Kriegsdienstleistern im Ausland im Einsatz haben als reguläre Soldaten. Academi-Söldner bilden inzwischen sogar schon reguläres US-Militär aus. Da der US-Präsident ein generelles Kriegsmandat gegen den Terror besitzt und nur wenige Leute eingeweiht werden müssen, wenn man keine regulären Truppen sendet, ist die Wahrscheinlichkeit für Blackwater/Academi-Söldner extrem hoch. Zumal die BILD-Zeitung diese Meldung anfangs auch einmal raushaute. Das kam also nicht nur von Prorussen und False-Flag-Operationen gehören nun einmal zum Geschäft. Zum Beispiel der Beschuss von Mariupol, wo 30 Menschen umkamen und den man als Grund von neuen Sanktionen nehmen wollte, richt nach False-flag. Die Rakete kam aus der 40Kilometer entfernten Stellung der Separatisten, aber 10 Kilometer entfernt in der gleichen Richtung saßen ukrainisch Kräfte und es gibt noch ein Video von einem Soldaten mit US-Akzent, der nicht gefilmt werden will am Einschlagsort. Das stinkt also schon etwas.) Bis nichts mehr wahr ist und alles möglich scheint, wie der Autor Peter Pomerantsev sein Buch über das moderne Russland nannte (Nothing is true and everything is possible, 2014). (So funktioniert Propaganda überall. Man denke an die Facebook-Warrior aus England, die bewusst Propaganda ins Netz stellen sollen. Echte Trolle sind nur im Westen belegt.)
Pomerantsev, der viele Jahre als TV-Produzent in Russland gearbeitet hat, beschreibt unter anderem, wie der Kreml sowjetische Kontrolle mit westlicher Unterhaltung synthetisiert und so die Gesellschaft betäubt. "Die Nachrichten sind der Weihrauch, mit denen wir Putins Handlungen preisen, ihn zum Präsidenten machen", zitiert Pomarentsev russische TV-Produzenten. Pomarentsev zeigt, dass TV-Nachrichten in Russland nichts mit der Wirklichkeit zu tun haben, sie sind Unterhaltung. (Informieren unsere Nachrichten? Nein! In Russland sind 86% der Leute für Putin – so falsch sollte er seinen Job nicht machen, da eine auf Lügen aufgebaute Propaganda doch weniger Zustimmung erzeugen würden. Die 86% stammen nicht aus der russischen Propaganda! Außerdem gibt es LEIDER ein gutes Argument für eine kontrollierte Presse – wer den Markt für alle Medien öffnet wird mit US-Propaganda von der Macht weg-farb-revolutioniert!)
Die russischen Staatsmedien machen keine Fehler, sie lügen. Und wenn sie dabei ertappt werden, wie bei der Geschichte von dem Kind, das angeblich von ukrainischen Faschisten gekreuzigt wurde, dann scheren sie sich nicht drum. (Tolle Story – die kam sicher nicht im Ausland bei Russia Today! Berichten sie doch öfter mal von unseren Kriegslügen oder von Kiew gesichteten Panzerkolonnen, die sich immer wieder in Luft aufgelöst haben.)
Wenn ich auf Leserbriefe wie den von Herrn B. antworte, wenn ich auf seine Argumente eingehe, widerlege, was falsch ist, äußere, was mir richtig erscheint, dann entwickelt sich oft ein interessanter Dialog. (Lüge: Zum Dialog gehören immer zwei Menschen! Sie antworten jedoch unilateral mit Propaganda!) Und meistens wird deutlich, dass Misstrauen und Unbehagen die treibenden Kräfte sind: Was für Interessen verfolgen die Amerikaner in der Ukraine? Fühlt Russland sich nicht zu recht bedroht? Haben die Europäer nicht Fehler gemacht? (Fehler ist zu harmlos: Haben wir Europäer uns schuldig gemacht! Es ist keine Nachlässigkeit!)
 Über all das kann man reden, über all das muss man schreiben. (Tun sie jedoch nie!) Aber die Wahrheit, dieses große, so oft missbrauchte Wort, sie liegt nicht immer in der Mitte. (Wohl wahr – der Westen hat den Konflikt angezettelt. Stand halt auf der Obama-Agenda, die ihm seine Macher zugesteckt haben.) Man kommt ihr nicht durch Relativierung auf die Spur. (Sie relativieren aber immer sehr gut. Folter der USA, die schlimmer ist als in der DDR – überall passiert das halt. Der Westen begann den Georgienkrieg – kein Kommentar. Poroschenko will Kinder in den Keller bomben – egal, er ist unser Friedensengel. Janzenjuk schreibt von Subhumans – ist uns egal. Herr McCain redet von Low-Live-Scum, also von minderwertigem Leben – ignorieren wir. Im Relativieren sind unsere Medien doch super!) Alles in die Welt zu posaunen, auch den gröbsten Unsinn, jeden zu Wort kommen zu lassen, ohne einzuordnen, wer in welcher Funktion spricht und warum – das ist nicht Pluralität, sondern die Illusion davon. (Wenn es aus Kiew gemeldet wird, ist es trotzdem eine Tatsache, genauso wie alle NATO-Informationen. Zeit, das Gehirn anzuschalten, ist immer erst nach dem Krieg und dann muss das auch gleich wieder weg von der Tagesordnung – siehe Irakkrieg. Verantwortung null, es waren alles immer nur Fehler!)
Der ganze Artikel ist bei Zeit-Online zu finden.

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