Euronews – eine funktionierende Demokratie ist auf EU-Ebene wohl nicht gewollt

Es ist unglaublich, aber guter gesamteuropäischer Journalismus ist in Europa nicht willkommen. Euronews wurde nun an einen Oligarchen verkauft, der ein privates Gremium installieren will, womit man die Inhalte kontrolliert. Bisher bekam Euronews Finanzmittel der EU (24 Millionen alleine im Jahr 2014), aber nun hat man 51% des Senders verkauft für nur 35 Millionen Euro. Für die EU sind das Peanuts und Euronews war ein echter europäischer Sender, der in verschiedensten Sprachen gleiche Inhalte verbreitete.

Darüber berichten unter anderem die „Deutschen Wirtschaftsnachrichten“ und „Die Welt“.

Wie soll eine europäische Demokratie funktionieren, wenn es keine europäischen Sender gibt, die nicht in ausländischen Händen sind? Wurde nicht immer von Pro-EU-Politikern erzählt, dass es gemeinsame Medien bräuchte, um zusammenzuwachsen?

Der Käufer ist stinkreicher Ägypter – er lebt also in einem instabilem Land und hat so viel Dreck am Stecken, dass er auf jeden Fall ein Freund der militärischen und finanzwirtschaftlichen Führungsmacht USA bleiben muss. Das Gremium, welches er einrichten will, wird US-Interessen wahrnehmen und in den Sendebetrieb einfließen lassen. Wie soll da eine europäische Demokratie funktionieren, bei der europäische Interessen im Vordergrund stehen? Man hätte auch gleich den ganzen Sender an Rupert Murdoch verkaufen können oder an George Soros!

Auf jeden Fall sollte man nicht so blöd sein zu glauben, dass die Leute in der EU, die den Deal eingefädelt haben, nicht genau wissen, wer nun die Senderinhalte bestimmen wird. Ansonsten könnte schnell ein russischer Oligarch die Anteile übernehmen oder der chinesische Staat und der Skandal wäre perfekt. Da in der Realität die Entscheidungsmacht (Zensur) künftig durch westliche Finanzeliten bestimmt wird, also NATO-konform bleibt und transatlantisch sein wird, ist dieser Skandal unseren Medien jedoch keinen Aufschrei wert.

Noch ein interessanter Fakt:

In Kiew, der Hauptstadt des Landes, welches als Verfechter der europäischen Werte so sehr unsere euopäischen Werte verteidigt, hat beschlossen, „euronews“ keine Sendelizenz zu geben. Grund ist, neben den angeblich unvorteilhaften Verträgen, dass man zu wenig Einflussmöglichkeiten auf das Programm nehmen kann. http://derstandard.at/2000013…/Kiew-entzeiht-Euronews-Lizenz

Zynisch könnte man anmerken: Der Bedarf an mehr Zensur bei Euronews war sogar schon den Ukrainern aufgefallen. Man fragt sich nur, wieso nicht der Milliardär Poroschenko die 35 Millionen locker gemacht hat, um Mehrheitseigner an euronews zu werden. Er besitzt ja eh schon einen eigenen Fernsehsender und hätte so mit den Europäern über Euronews die schönen und unverfälschten europäischen Werte aus der Ukraine mit allen Europäern teilen können.

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