Litwinenko in der Rolle von Erzherzog Franz Ferdinand?

Am 31. Juli 2015 hat die Tagesschau um 20.00 Uhr über das erneute Gerichtsverfahren im Mordfall Litwinenko in England berichtet. Dass man den Morde jetzt noch einmal instrumentalist, ist ein absoluter Tiefschlag und eine große Anklage, die sie gegen Russland konstruieren wollen. Doch wer hat Litwinenko ermordet?

Litwinenko wurde im November 2006 ermordet. Er verstarb nach wochenlangem Leiden (seit 1 November) punktgenau einen Tag vor dem EU-Russland Gipfel in Helsinki am 23.11.2006. Am 24.11.2006, am Tag des Gipfels, wurde sein angebliches Testament verlesen, in dem er Putin persönlich anklagte für seinen Tod. Man muss wissen, dass Litwinenko in der ganzen Zeit in der er in London lag, nur mit einem sehr kleinen Personenkreis Kontakt haben durfte. Zeugen für die Echtheit des Testaments, in dem er angeblich Putin persönlich anklagte, gibt es nicht. Hier das „Testament“:

“Sie werden mich vielleicht erfolgreich zum Schweigen bringen, aber dieses Schweigen hat seinen Preis. Sie haben sich genauso barbarisch und unbarmherzig gezeigt, wie es Ihre schlimmsten Kritiker behaupten. Sie haben gezeigt, dass Sie keine Achtung vor dem Leben, vor der Freiheit oder sonst einem Wert der Zivilisation haben. Sie haben gezeigt, dass Sie ihres Amtes nicht würdig sind und dass Sie das Vertrauen zivilisierter Frauen und Männer nicht verdienen.
 Vielleicht gelingt es Ihnen, einen einzelnen Mann zum Schweigen zu bringen. Aber eine riesige Welle weltweiter Proteste wird ihr ganzes restliches Leben in Ihren Ohren widerhallen, Mr. Putin.
 Möge Gott Ihnen vergeben für das, was Sie nicht nur mir, sondern meinem geliebten Russland und seinem Volk angetan haben.”

Brisant: Es waren Beresowskis Leute und die Frau von Litwinenko, die Alexander Litwinenko in London fast 3 Wochen abschirmten, bevor er starb. Polonium könnte also auch nur ein guter Vorwand gewesen sein, Liwinenko unter Quarantäe zu behalten. Wieso diese Menschen über den Zugang bestimmten, ist ein Rätsel, was man sich eigentlich nur erklären kann, wenn man davon ausgeht, dass gewisse Kreise eingeweiht war. Es gibt auch kein Video in dem Liwinenko Putin anklagt oder sonst etwas, nur dieses absout unbeglaubigte “Testament”.

Mit diesem Mordvorwurf aus dem Testament ging es dann für die Russen zum Gipfel nach Helsinki, wo sie eigentlich die Partnerschaft mit der EU verlängern wollten.

Das BIP Russlands kannte damals jedes Jahr nur den Weg nach oben. Kein Grund also diesen Trend zu unterbrechen und die Konfrontation mit der EU zu suchen! (Ein Einbruch kam erst mit der Finanzkrise 2008)

In diesem Moment war die direkte Anklage Putins als Mörder ein Desaster für Russland. Die offiziellen Spuren damals führten auch eher zu Beresowski, einem russischen Oligarchen, der im Londoner Exil lebte und Putin nicht mochte. Er ist unter ungklärten Ursachen 2013 gestorben, wie man bei Wikipedia nachlesen kann. Auch Jürgen Elsässer soll laut dem Buch von Wisnewski damals in der “Jungen Welt” gemeint haben, die Spuren würden eher “auf Kreml-Gegner verweisen”.

Besonders brisant: Auf dem Gipfel in Helsinki hätte es ein neues Partnerschaftsabkommen zwischen der EU und Russland geben sollen, weil das alte von 1997 nach 10 Jahren Ende 2007 ablaufen würde. Kurz davor, direkt vor dem Petersburger Dialog und genau an Putins Geburtstag wurde damals zudem Politkowskaja ermordet. (Das war am 7.10.2006)

Also der, der das neue Partnerschaftabkommen nicht haben wollte, ist vermutlich der Möder!

Nur wenn man davon ausgeht, dass Putin das Partnerschaftsabkommen nicht verlängern wollte, dann muss man davon ausgehen, dass er so medienwirksam wie möglich und punktgenau (was in London für ihn im Fall Litwinenko eigentlich unmöglich war) Politkowskaja und Litwinenko umbringen ließ. Dafür spricht jedoch nichts! Das Partnerschaftsabkommen scheiterte damals wegen Polen. (“Dem neuen Europa, wie man auch so schön in den USA manchmal sagt.”)

Wenn man bedenkt, was daraufhin folgte, muss man sich Gedanken machen:
1. Das Drängen der USA auf den Raketenabwehrschirm – angeblich gegen den Iran.
2. Der Krieg Georgiens gegen die Bevölkerungs Südossetien und der dortigen russischen Schutztruppen. Ausgelöst und nachweislich angefangen von Saakaschwili, den Mann der USA, damaliger Präsident von Georgien und heutiger Gouverneur von Odessa. Alles nach vorheriger Aufrüstung durch die USA!

Wie wir alle wissen hatten, hatten die Russen Georgien wegen der kleinen Größe als Reaktion auf den Angriff damals einfach besetzt und einen langen Abnutzungskrieg im Sinne der USA dadurch verhindert. Die ganze Sache flog auf und man ließ erst einmal Gras darüber wachsen. Die Ukraine und Georgien sollten jetzt doch nicht in die NATO (was vorher schon geplant war!) und es ging erst einmal daran den Arabischen Frühling zu gestalten. Erst danach ging es weiter mit dem Plan von Brzezinsky und dem Kampf gegen Russland.

Wenn man in die Geschichte schaut und sieht, wie viele Leute teilweise schon sterben mussten, um einen Krieg zu legitimieren und das auch von Seiten der USA geschah, dann steht zu 99% fest, dass Litwinenko ein Auftragsmord westlicher Kreise war, um Europa zu spalten; in EU und Russland. Ansonsten hätte man den Raketenabwehrschirm nicht propagieren können und die Spaltung wollte man wohl, denn Russland wurde wirtschaftlich wohl einfach zu stark unter Putin.

In den Buch von Gerhard Wisnewski ist noch ausführlicher erklärt, warum es eigentlich klar ist, dass nicht die russische Führung um Putin Litwinenko ermordet hat. Er schildert Details über Hintermänner, kann aber auch keine 100%-ige Klarkheit bringen. Gerhard Wisnewski: Verheimlich, vertuscht, vergessen. Was 2007 nicht in der Zeitung stand. Seite 48-61.
(Anmerkung: In dem ersten Band von ihm standen auch noch Ereignisse aus dem Jahr 2006 – der Jahrgang ist also kein Fehler!)

Litwinenko in der Rolle von Erzherzog Franz Ferdinand? — Nicht ganz, dafür begann der erste Weltkrieg zu zeitnah. Prinzipiell kann man den Grundstein für die heutige Misere jedoch tatsächlich bei der Sabotage des Partnerschaftsabkommens Russland – EU sehen.

 

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