Die ARD-Tagesschau mit extremer Geschichtsfälschung

Die Tagesschau vom 6. September 2015 hat es geschafft über das Speziallager Sachsenhausen zu berichten, ohne auf die Geschichte des Lagers als Konzentrationslager einzugehen.

Der Text des Beitrags im Video, zu dem es keinerlei weitere Kommentierung vorher oder nacher gab, im Wortlaut:

"Auf dem Gelände des ehemaligen sowjetischen Speziallagers Sachsenhausen haben Überlebende und Angehörige an die Opfer erinnert. Allein in Sachsenhausen wurden bis 1950 mehr als 60000 Menschen gefangen gehalten, die meisten aus Willkür. Mindestens 12000 Inhaftierte starben. Insgesamt hatte der Geheimdienst NKWD direkt nach dem Zweiten Weltkrieg zehn sogenannte Speziallager errichtet. Interniert wurden auch Nazifunktionäre, die meisten Gefangenen waren aber tatsächliche oder vermeintliche Gegner des stalinistischen Terrorregimes."

Was verschwiegen wird ist die Tatsache, dass Sachsenhausen ein Konzentrationslager der Nazis war, das auch noch eine besonders unrümliche Funktion hatte, die Nazikader auszubilden. Es stellt sich heute die Frage, warum man über dieses Speziallager überhaupt berichtet, da dies in früherer Zeit nicht als nötig erachtet wurde. Außerdem muss man sich fragen, warum den Deutschen verschwiegen wird, dass dieses Lager zuvor ein Konzentrationslager war und von den Sowjets nur weitergenutzt wurde in Zeiten der Entnatzifizierung, wie man das im Westen nannte.

Hier ein Zitat aus Wikipedia (Artikel: KZ-Sachsenhausen):

"Das Lager diente als Ausbildungsort für KZ-Kommandanten und das Bewachungspersonal im ganzen NS-Machtbereich (ähnlich wie das KZ Dachau). Insgesamt wurden ca. 200.000 Häftlinge nach Sachsenhausen deportiert, nur etwa 140.000 davon wurden registriert. Im August 1941 wurde eine Massenerschießungsanlage errichtet, in der etwa 13.000 bis 18.000 sowjetische Kriegsgefangene ermordet wurden. Insgesamt sollen mehrere zehntausend Häftlinge ermordet worden sein."

Das Konzentrationslager wurde später in den Zeiten der Entnazifizierung wirklich als Speziallager genutzt und da sind dann ebenfalls Leute umgekommen. Darunter mögen auch viele Unschuldige gewesen sein, aber angesichts dessen, dass es kurz zuvor noch SS-Truppen gab, die nur dazu da waren Zivilisten zu morden oder „Strafaktionen“ gegen Zivilisten durchzuführen, Russen generell als Untermenschen galten und die Deutschen damals die Politik der verbrannten Erde betrieben hatten, ist das doch verständlich. Auch wenn im Einzelfall Unschuldige ehemalige Soldaten in Sibirien landeten und manche den Tod fanden, ist das bei den über 27 Millionen (Zeit-Online) toten Sowjetbürger des 2. Weltkriegs immer noch kein Grund, die Sowjets als grausam gegenüber Deutschland darzustellen.

Vielleicht hilft beispielhaft ein Zitat der Stableitung Marine vom 29.9.1941 über den deutschen Krieg in Sankt-Petersburg:

"Von unserer Seite haben wir kein Interesse in diesem Krieg auch nur einen Teil der Bevölkerung dieser großen Stadt am Leben zu lassen."

Das KZ wurde nach dem Krieg als Lager noch weiter genutzt, denn dafür gab es auch wirklich Bedarf. Hier hilft wieder das sicher nicht Pro-Russische Wkipedia weiter (Artikel: KZ-Sachsenhausen):

"Ab August 1945 wurde das Gelände des KZ Sachsenhausen von der Sowjetischen Militäradministration (SMAD) als Speziallager Nr. 7 verwendet. In diesem sowjetischen Gefangenenlager wurden Sozialdemokraten, NS-Funktionäre der unteren und mittleren Ebene, Angehörige der Wehrmacht, Jugendliche unter „Werwolf-Verdacht“, Gegner der neuen politischen Ordnung und zum Teil völlig willkürlich Verhaftete interniert. Die DDR schloss das 1948 in Speziallager Nr. 1 umbenannte Lager 1950 als letztes der Speziallager."

Die Anordnung der Insassen mit Sozialdemokraten an erster Stelle spricht wohl eher für die Voreingenommenheit von Wikipededia, denn rein quantitativ standen sicher nicht die Sozialdemokraten an erster Stelle. Interessant ist der Hinweis auf die Werwolf-Einheiten. Diese waren so überzeugte Nazis, dass sie auch bei Kriegsende diejenigen weitermordeten, die sie für Feinde oder Verräter Deutschlands hielten. Das Lager wurde 1950 schon als letztes Lager geschlossen. Dass es vorwiegend junge Deutsche waren, die dort waren, ist auch kein Wunder: Der letzte Volkssturm hatte halt aus vielen jungen und alten Deutschen bestanden und die jungen Deutschen hatte man wohl noch eher im Verdacht dank Hitlerjugend noch fanatisiert zu sein. Hier ein Ausschnitt aus Wikipedia über das Lager (Artikel: Speziallager Sachsenhausen):

"Häftlinge litten unter der erzwungenen Untätigkeit, unter ständigem Hunger, Kälte, Ungeziefer und medizinisch nicht behandelten Folgeerkrankungen. Sie starben zu Tausenden und wurden in Massengräber geworfen und verscharrt. Von den in den Jahren 1945 bis 1950 etwa 60.000 Inhaftierten starben etwa 12.000 Häftlinge an Unterernährung, Krankheiten, psychischer und physischer Entkräftung."

Ziel des Lagers war es nicht, die Leute alle umzubringen, auch wenn dies durch Krankheiten und geringe und schlechte Ernährung sowie Krankheiten (nicht unüblich in der Nachkreigszeit bei Berlin), durchaus geschah. Interessant ist auch das, was Wikipedia über die Verurteilung der ehemailgen KZ-Verantwortlichen schreibt, die das Lager führten, unter anderem zu der Zeit als man die oben erwähnte Selbstschussanlage für die gezielte Ermordung von bis zu 18000 sowjetischen Häftlingen betrieben hatte. Wikipedia (Artikel: Sachsenhausen-Prozess)::

"Der Sachsenhausen-Prozess, der analog zu sowjetischen Schauprozessen zentral von Moskau aus gelenkt wurde, diente insbesondere propagandistischen Zwecken. So legten etliche Angeklagte die Anklage stützende umfangreiche Geständnisse ab und kritisierten dabei auch das Monopolkapital, welches für Ausbeutung der Arbeitskraft der KZ-Häftlinge verantwortlich gemacht wurde. Auf westliche Prozessbeobachter wirkten daher einige Aussagen der Angeklagten einstudiert. Im Gegensatz zu den in den westlichen Besatzungszonen durch Militärgerichte ergangenen Urteilen waren die im Sachsenhausen-Prozess verkündeten Urteile eher milde, denn die Todesstrafe wurde in der Sowjetunion im Mai 1947 abgeschafft."

Ein paar von den Hauptverantwortlichen sind dann doch noch umgekommen, aber diese Milde gegenüber den Naziverbrechern ist bemerkenswert. Auch wenn der Prozess im Westen als Schauprozess galt, weil die Aussagen „einstudiert“ klangen, da vom Monopolkapital die Rede war, ist nicht verwunderlich. Die Rolle der IG-Farben und des Kapitals als Schuldige, wurde im Westen schon bald nicht mehr so gerne thematisiert. In anbetracht dessen, dass die Angeklagten sowjetische Verteidiger hatten und bei einem Geständnis wussten, kein Todesurteil zu bekommen, ist dies doch kein Problem. Natürlich beriefen sie sich auch auf den Befehlsnotstand (Befehl ist Befehl).

Die Tagesschau sagt also dem deutschen Zuschauer, dass Sachsenhausen ein sowjetisches Speziallagers eines Terrorregimes war, die Gegner oder vermeintliche Gegner dieses Terrorregimes waren und dort umkamen. Man sollte doch eher von Nazis und Nazi-Verdächtigen reden! Die Sowjets waren gemessen an dem Leid, dass die Deutschen über die Sowjetunion gebracht hatten, milde, aber das wird nicht gesagt. Die Behauptung, die meisten Gefangenen seien aus Wilkür eingesperrt worden, ist auch eine freche Propagandalüge. Vermutlich haben die Inhaftierten, die Schuld auf sich geladen hatten, hinterher einfach die Klappe gehalten. Es ist daher unglaublich, wie der Begriff Sachsenhausen hier exklusiv als ein Ort sowjetischen Grauens beschrieben wird. Es ist dabei egal, ob die Angaben stimmen oder nicht. Es gab auch sicher Leute, die unschuldig in das Lager gerieten, aber das ist doch normal. Die Entnazifizierung war nötig und „nur mit der Yogamatte“ ging das nicht. Es brauchte leicht zu bewachende Gefängnisse für größere Menschenmassen und die ehemaligen Lager waren dafür gut geeignet.
Die Darstellung in der Tagesschau ist eindeutig Volksverhetzung und überholt die NPD rechts, denn die versuchen in der Regel den Holocaust und KZs nicht zu leugnen, um nicht angeklagt zu werden. In der ARD hingegen wurde das Konzentrarionslager als solches in diesem Fall einfach verschwiegen und kein Hinweis auf deutsche Verbrechen gegeben.

Nur so noch als kleine Anregung zum Nachdenken, was Briten und Dänen nach dem Krieg mir Wehrmachtssoldaten gemacht haben, wie man in einem Focusartikel (Nr.49 Jahr 1998) nachlesen kann:

"Mit Billigung der britischen Befreier schickten die Dänen Wehrmachtsoldaten in die Minenfelder. Ungenügend instruiert, mußten sie nach den Sprengsätzen graben. Die Dänen schreckten nicht zurück, die Kriegsgefangenen in Kettenformationen durch lebensgefährliche Terrains schreiten zu lassen. Folge: fast täglich tödliche Detonationen. „Die Deutschen sammelten danach herumliegende Arme und Beine ein. Die Leichen steckten sie in Säcke und brachten sie zum nächsten Friedhof“, berichtete ein dänischer Bewacher und Zeitzeuge vorvergangene Woche im Fernsehen."

Als unverhältnismäßig böse werden heute jedoch nur die Sowjets dargestellt. Das passt anscheinend zum Propagandaautrag der ARD. Die Sowjets waren aus heutiger Sicht das Terrorregime und die haben viele arme Deutsche ermordet, die ohne Sinn und Verstand aus purer Paranoia eingesperrt wurden. Dabei wurden Tausende angeblich planvoll umbrachten, wie der Beitrag suggerriert.

Eine Schande für die ARD.

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