Peter Scholl Latour würde sich im Grabe herumdrehen…

Peter Scholl Latour war ein großartiger Journalist. Warum er mit dem Mainstream nur selten Schwierigkeiten hatte, lag wohl daran, dass er einerseits früher freier arbeiten konnte als das heute möglich ist, andererseit beinhalten seine Bücher nicht nur Anklagen, sondern auch viele Geschichten – damit war er nicht so gefährlich. Trotzdem meldete er sich vor seinem Tod sehr engagiert, lautstark und fachkundig zu Wort, als die Medien im Zuge des Ukraine-Konflikts gegen die Russen hetzten.

Nun hat ausgerechnet Golineh Atai, eine der größten Russlandhetzerinnen Deutschlands, eine Berufslügnerinnen und eines der Hauptgesichter der einseitigen Berichterstattung in Deutschland über Russland den Peter Scholl Latour Preis gewonnen. (WDR)

Die WDR-Journalistin Golineh Atai erhält den Peter-Scholl-Latour-Preis 2015. Er wird für Berichterstattung über das Leid von Menschen in Krisen- und Konfliktgebieten vergeben. Golineh Atai bekommt den Preis für ihren „Weltspiegel“-Beitrag „Ukraine: Quo vadis?“. Sie ist Korrespondentin im ARD Studio Moskau.

Dies ist eine Unverschämtheit, war es doch immer Peter Scholl Latour, der sich gegen Russlandhetze und westliche NATO-Interventionen zu Wort gemeldet hattte. Leider kann er sich nicht mehr wehren, denn er ist am 16. August 2014 leider gestorben. Trotzdem lohnt es sich auch heute noch seine Meinung anzuhören. Vor allem zu Syrien, wo Peter-Scholl Latour sehr gute Dinge gesagt hat, die man grade heute besonders gut versteht.

Hier ist Peter Scholl Latour im Dialog bei Phönix und erklärt seinen Standpunkt noch einmal ruhiger. (Link)

Hier kritisiert Peter Scholl Latour die aktuellen Medien und sagt, was man besser machen könnte. Außerdem spricht er kurz die Ukraine an. (Link)

Hier macht er in der Phönix-Runde einen Diskussionsteilnehmer rund, der den Afghanistankrieg mit dem 11.9 begründen wollte. (Link)

Noch ein sehr kurzes, aber sehr gutes Video mit Peter Scholl Latour zeigt ihn in einer Maischberger-Sendung. Hier der Text des Videos:

Maischberger: Die Rede Putin heute, ist das eine Eskalation oder eine ausgestreckte Hand?

Scholl Latour: Das kann beides sein. Das kommt darauf an, wie der Westen reagiert. So idiotisch, wie der Westen in letzter Zeit reagiert, da kann man eben nichts voraussagen. Im Grunde hat dieser unverschämte Amerikaner, diese Unterstaatssekretärin gesagt "Fuck the EU" so falsch gar nicht gelegen.[Gemeint ist Vidtoria Nuland (Link)] Was Besseres verdient die Europäische Union nämlich nicht und ich bin überzeugter Europäer, sage ich dazu.

Maischberger: Also, dass die Krim russisch wird, finden Sie vollkommen in Ordnung? 

Scholl Latour: Da muss man mal sehen, wie die Krim ukrainisch geworden ist, nicht wahr. Das war im Jahr 1954 glaub ich. Ah, der Chruschtoschow, der Genrealsekretär der KPdSU, der selber Ukrainer ist, der übrigens sich während der Kollektivierung Stalins sich sehr schlecht benommen hat in der Ukraine, der hat in einer Wodkalaune gesagt: "Jetzt wird die Ukraine, ähem, die Krim ukranisch." Ich sehe da nicht, welche völkerrechtlichen Grenzen da hinterher überschritten worden sind.

Alleine wenn man diesen Standpunkt sieht, dann weiß man, wie sehr Peter Scholl Latour sich vom Mainstream und der Russlandberichterstattung distanziert hatte. Jetzt Golineh Atai mit einem Preis auszustatten, der seinen Namen trägt, ist eine Frechheit!

 

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