NATO-Strategen wollen Kriegsmüdigkeit bekämpfen

Unsere Mainstreampresse wird bei außenpolitischen Themen demnächst noch effizienter Richtung NATO gebügelt. Propaganda statt Information, aber natürlich hochprofessionell. Die entsprechenden „Journalisten“ bekommen ja sogar noch laufend direkten Support von den NATO-Propagandisten, Spin-doctors, … ähem, den hochprofessionellen PR-Beratern, die natürlich nur kommunikative Missverständnisse klären wollen, die nur die Bevölkerung unnötig beunruhigen würden.

Hirnwäschekonferenz (23-25. November 2015)
NATO will »Misskommunikationen zwischen Medien und Militär mildern« und »gemeinsame Sicht der Dinge« stärken
Von Rainer Rupp (Artikel in Junge Welt)

(...) In Essen ging es also diesmal nicht vorranging um den wieder neu aufgebauten Erzfeind Russland, sondern um die Verbesserung der psychologischen Kriegsführung gegen die eigene Bevölkerung, die den wirtschaftlichen und und politischen Machteliten der NATO-Staaten offenbar nicht kriegslüstern genug ist. Gute Ratschläge in der offiziell verbreiteten Lektüre zur Einstimmung in die Essener Kriegskonferenz könnten da helfen. In einem Reader heißt es: »Wenn einem die öffentliche Unterstützung für militärische Operationen versagt wird, dann hängt das direkt mit der mangelnden moralischen Rechtfertigung für den Krieg zusammen. Daher sollen stets die Menschenrechtsaspekte des Konflikts betont werden. Die Menschenrechte sind der Bereich, in dem die NATO einen Vorteil hat, da die Gegner der NATO in der Regel Gruppen oder Länder sind, die ohne Rücksicht auf Menschenrechte vorgehen.(...)
Deshalb war auch den Journalisten bei der Essener Tagung eine wichtige Rolle zugedacht, zum Beispiel in der Arbeitsgruppe »Die Medien und Perspektiven auf die NATO-Luftstreitkräfte«. In dieser Arbeitsgruppe sollten »professionelle Journalisten mit NATO-Public-Relations-Experten über Mittel und Wege« beraten, »um durch eine stärkere gemeinsame Sicht der Dinge Misskommunikationen zwischen den Medien und dem Militär zu mildern«, heißt es in der Einladung zum JAPCC-Jahrestreffen. Mit anderen Worten, es geht darum, die großen Medien noch stärker und reibungsloser zum Sprachrohr der NATO zu machen, womöglich auch an der Politik der nationalen Regierungen vorbei.

Zu diesem Thema passt auch sehr gut der Vortrag von Jürgen Wagner, der genau beschreibt, welche strategischen Überlegungen es auch in Europa gibt, wie man die militärische Rolle – in dem Fall vor allem der Europäischen Akteure – ausbauen kann. (Sehenswert!)

Ich persönlich denke jedoch, die Menschen sollten endlich mehr lernen und radikale Pazifisten werden. Kriegsunlust muss oberstes Prinzip sein – immer! Hier sollte man der Linie von Eugen Drewermann folgen.

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