Die Rolle der USA für Europa – Dr. Werner Rügemer

In diesem Vortrag thematisiert der Publizist Dr. Werner Rügemer, unter anderem der Autor des Buches „Die Ratingagenturen“, die aktuelle Abhängigkeit Europas von den USA. Er beschreibt das Verhältnis der USA zur EU als das eines Herrschers zu seinem Vasall. Dabei geht er auf verschiedene Bereiche der Abhängigkeit genauer ein.

Daneben beschäftigt sich Herr Rügemer mit mehreren historischen Aspekten:
– Unterstützung faschistischer Regime durch die amerikanische Industrie noch bis zum Russlandfeldzug im Zweiten Weltkrieg.
– Unterstützung rechter Regierungen durch die USA nach dem Zweiten Weltkrieg und Verweigerung der Marschall-Plan-Kredite an Staaten mit linken Politikern in der Regierung. Ein besonders harter Fall war hier der Umsturz 1949 / 1950 in Griechenland mit US-Unterstützung hin zu einer Diktatur. Aber auch in Deutschland gab es viel Einflussnahme. Zum Beispiel musste der deutsche Gewerkschaftsbund auf Druck der USA aus dem Welt-Gewerkschaftsbund austreten, der als kommunistisch galt.
– Die Übernahme der Wehrmachtsabteilung „Fremde Heere Ost“ zunächst als CIA-Abteilung „Organisation Gehlen“, die später zum BND umgewandelt wurde.

Herr Rügemer vertritt die These, dass die Eliten in Deutschland sehr dankbar darüber waren, dass es bis heute keinen Friedensvertrag mit Deutschland gibt, weil es deshalb auch nicht zu Enteignungen kam. Dies galt auch für die Großindustriellen, die vom NS-System besonders profitiert hatten.
Er meint jedoch, dass es nun an der Zeit sei, die Abhängigkeit Europas von den USA in das Bewusstsein der Bevölkerung zu rücken. Nicht aus unreflektiertem Antiamerikanismus, sondern um einen NATO-Austritt zu bewirken, eine bessere Nachbarschaftspolitik in Europa und zu Russland betrieben zu können und so auch nicht in Kriege hineingezogen zu werden. Dies wäre nicht das Ende aller Probleme, aber ein Schritt in die richtige Richtung.

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