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Der Fall Skrippal und das Kriegsgeschrei gegen Russland

Die aktuelle Geschichte, mit der wieder Sanktionen und Maßnahmen gegen Russland durchgesetzt werden sollen, ist so etwas von absurd, dass man dies nur noch als Zeichen ansehen kann, wie sehr sich die Berichterstattung schon komplett von der Realität entfernt hat. Russland soll einen unwichtige, ehemaligen Doppelspion in England mit einem Gift umgebracht haben, das wie eine Visitenkarte ist. Würden die Russen so etwas wirklich machen, dann wären sie extrem bescheuert. Hier ein paar Links dazu:

Die Salisbury Tales – was verschweigen Medien und Politik im Falle des vergifteten russischen Doppelagenten?

Hier noch ein Artikel von den Nachdenkseiten mit Craig Murray oder ein Artikel von Willy Wimmer.

Ich empfehle jedem die Vorlage dieses Falls noch einmal zu betrachten, nämlich den Fall Litwinenko, wo ebenfalls ein Anschlag auf einen Spion in England passierte.

Hier hatte ich in einem Artikel ausführlich belegt, wer ein großes Motiv an Litwinenkos Tod hatte und ihn vermutlich auf dem Gewisssen hat. (Skrippal und seine Tochter sind noch nicht tot.)

Gunnar Heinsohn erklärt seinen „Kriegsindex“

Gunnar Heinsohn hat einen Kriegsindex erstellt. Grundsätzlich beruht sein Ansatz darauf zu schauen, wie hoch die Geburtenrate in einem Land ist und wie das Verhältnis der jungen Männer ist, die auf den Arbeitsmarkt eines Landes drängen im Vergleich zu den alten Männern, die in Rente gehen. Gibt es zu viele junge Männer, so gibt es die Wahrscheinlichkeit für Krieg.

Seine Arbeit ist hochaktuell und sehr informativ. Man sollte sich jedoch immer im Klaren darüber sein, dass solche Zusammenhänge trotzdem keine Naturgesetze sind und Kriege durchaus bewusst ausgelöst werden. Geht man davon aus, dass Kriege aus rein statistischen Begebenheiten heraus entstehen, so befreit man viele Kriegstreiber von Schuld, die solche Gemengelagen erst ausnutzen und für Katastrophen sorgen.

Vortrag von Gunnar Heinsohn:

Es gibt noch weitere Videos mit Gunnar Heinsohn bei Youtube. Ausführlich ist noch dieser Vortrag, bei dem jedoch teilweise der Ton nicht funktioniert und danach gegen Ende der Ton relativ schlecht ist.

Die Tafeln wurden von McKinsey eingeführt, um den Sozialstaat besser zurückfahren zu können.

Neulich war der Skandal groß, weil in Essen die Tafel nur noch Essen an deutsche Bedürftige ausgeben wollte. (Inzwischen wollen sie das wieder ändern.) In letzter Zeit waren einfach zu viele Ausländer hinzugekommen und das Essen reichte oft nicht mehr. Dazu habe einen sehr interessanten Artikel von Susan Bonath in der Reihe „Tagesdosis“ von Kenfm gehört, der offenbart, wieso es diese privaten Tafeln in dieser Form gibt, die abgelaufene Lebensmittel an die Armen verteilen.

„Die Tafeln sind schlechthin ein Konstrukt privatisierter Armenfürsorge. An die Essensreste zu kommen, bleibt Glücksache und abhängig von privater Mildtätigkeit. Die Tafeln ermöglichten es der Propaganda- und Exekutivabteilung der Herrschenden, den Sozialstaat ohne größeren Aufstand zu schrumpfen.
Die Tafeln sind ein Teil des Systems der penetranten Unterwerfung. Das fängt bei Hartz IV an. Wer nicht gehorcht, dem sanktionieren Jobcenter Essen und Obdach weg. Wer hungert und friert, bekommt nur mit bürokratischem Aufwand, ausreichend Wohlverhalten und meist erst nach Monaten, einen Zugang zu den sprichwörtlichen Krümeln unterm Tisch. Nicht umsonst steht auf Containern, also das Sammeln weggeworfener Lebensmitteln direkt aus Mülltonnen von Supermärkten, als Diebstahl unter Strafe.
Ich bin sicher: Irgendwo auf schwarzen Ledersesseln sitzen ein paar millionenschwere McKinsey-Berater und reiben sich vor Lachen die satten Bäuche. Immerhin war es dieser global agierende Think Tank, der ab Mitte der 1990er Jahre die Tafeln mit eigens abbestellten Mitarbeitern zu einem karitativen Almosenkonzern für billige Reste-Entsorgung aufpumpte. Es war auch das Unternehmen McKinsey, das im selben Atemzug Hartz IV mit erdachte und sogar frech das Ziel ausposaunte: Europas größten Niedriglohnsektor im Exportweltmeisterland zu etablieren – im Auftrag der Bundesregierung.

Alles zitiert von Susan Bonath, die das bei kenfm (Nachrichtenportal von Ken Jebsen) veröffentlicht hat. Hier die Seite. Es handelt sich um das Format „Tagesdosis“, das man auch als Audio anhören kann. Ich fand es besonders hart zu erfahren, dass die gleichen Verbrecher, die das Hartz IV Sanktionssystem gemacht haben, -also McKinsey- auch für die Tafeln verantwortlich sind.

Ernst Wolff – Der Finanztsunami

Nach dem Buch „Weltmacht IWF“ hat Ernst Wolff Ende letzten Jahres das Buch „Der Finanztsunami“ geschrieben. Es handelt sich jedoch nicht um ein Katastrophenbuch für Pessimisten, sondern wieder um ein hervorragendes Sachbuch. Er schafft es in einem Buch, die Rolle „der Finanzmärkte“ im zwanzigsten Jahrhundert zu skizzieren und gleichzeitig macht er deutlich, warum die jetzige Situation so gefährlich ist. Hier ist ein Interview, das er Ken-FM gegeben hat:

Dieses Buch habe ich gelesen und kann daher sagen, dass es sehr gut lesbar und sehr empfehlenswert ist. Eine Leseprobe kann man bei der alternativen Zeitschrift free21.org lesen.

Monika Donner – Krieg, Terror, Weltherrschaft

Monika Donner ist eine Autorin und eine „Juristin und Ministerialrätin im österr. Verteidigungsministerium (BMLV)“. Genaue Informationen zu ihr findet man auf ihrer Homepage. Sie hat ein sehr umfangreiches Buch geschriebenmit dem Titel: „Krieg, Terror, Weltherrschaft: Warum Deutschland sterben soll.“ Erschienen ist das Buch im Jahr 2017 und es hat über 800 Seiten. Dieses Jahr soll der zweite Band erscheinen mit dem Titel: „Krieg, Terror, Weltherrschaft: Warum Deutschland leben muss.“

Dieses Buch hat nichts mit den Antideutschen zu tun, sondern behandelt verschiedene historische Aspekte und beleuchtet diese genauer. Das Interview hier bei „querdenken-tv“ geht schon ziemlich in die Tiefe und man bekommt Lust auf dieses Buch, gegen das einige Leute sicher Vorbehalte haben, weil es beim Kopp-Verlag erschienen ist. Von Monika Donner gibt es schon andere Vorträge im Netz, die man sich auch anschauen kann. Dieser aktuelle Vortrag ist jedoch besonders schön, weil sie hier auf die Anfänge der Zentralbanken zu sprechen kommt und dies sehr klar und sachlich darstellen kann. Ich Buch habe ich leider auch (noch!) nicht gelesen.

Westlicher Kapitalismus versus Chinesischer Kapitalismus – ein Vortrag von Werner Rügermer

Auf den nachdenkseiten wurde ein interessanter Artikel zu einem Vortrag von Werner Rügemer veröffentlicht, den man dort gerne komplett durchlesen kann.  Empfehlenswert ist auch der Originalvortrag von Werner Rügemer, den man als Podcast anhören kann.  Er dauert etwas über dreißig Minuten.

Als besonders interessant und aufschlussreich empfand ich die Begründung, wieso die USA die hierarchische Spitze des westlichen Kapitalismus anführt:

„Jedes globale kapitalistische System ist hierarchisch geordnet. Im westlichen Kapitalismus führen die USA. In der Ebene darunter führt die Bundesrepublik die anderen EU-Staaten, unter denen ebenfalls weitere Über- und Unterordnung herrscht.
Insgesamt aber: Das kapitalistische Eigentum von US-Berechtigten in 180 Staaten der Erde, mit Schwerpunkten in den USA und Westeuropa (dort insbesondere in Großbritannien und Deutschland), ist immer noch ungleich größer als jedes andere national zu verortende kapitalistische Privateigentum. Die größten Kapitalorganisatoren der neuen Generation, die mächtiger sind als die immer noch öffentlich im Fokus stehenden Banken, also Blackrock, Vanguard, State Street usw. sind in US-Hand. Auch bei den globalen Kapitalorganisatoren der zweiten Liga (Private Equity-Investoren, „Heuschrecken“) dominieren mit Blackstone, KKR, Carlyle u.ä. solche mit Hauptstandort USA. Ähnliches gilt für die zivilen Privatarmeen des US-Kapitalismus: Die Big Three der Rating-Agenturen (Standard & Poor’s, Moody’s, Fitch), die Big Four der Wirtschaftsprüfungsunternehmen (Price Waterhouse Coopers, Ernst & Young, KPMG, Deloitte), die das globale Kapitalrecht beherrschenden US-Wirtschaftskanzleien (Freshfields, White & Case, Baker McKenzie…), die Big Ten der Unternehmensberater (McKinsey, Bain…), die Big Five der PR-Agenturen ( Hill & Knowlton, Marsteller…), die Presseagenturen, die populistische und populäre Massen-Kultur.“

Ein paar Gründe für die Krise in Katalonien

Ernst Wolff, der Auto der Bücher „Weltmacht IWF“ und „Finanztsunami“ äußert sich in diesem kurzen Video zur politischen Krise in Katalonien. Als Nutznießer des Konflikts macht er die Finanzindustrie aus, von deren Machenschaften wunderbar abgelenkt wird.

Herr Wolff sagt, dass kaum ein anderes Land so vom Finanzsektor geplündert wurde wie Spanien. Die sozialen Gegensätze seien wegen dem Bankensektor explodiert. Spanien hatte 2001 die Investitionsbedingungen gelockert und es wurde 400000 Wohnungen gebaut. 2008 kam es dann zum Platzen der Blase und die Eurokrise begann. Daraufhin beschloss die Troika aus EZB, EU und IWF ein Spardiktat. Den Protesten gegen die Austerität wurde in Spanien gewaltsam begegnet.

Bankia wurde mit 22,4 Milliarden vom spanischen Staat gerettet. Die „Banco Santander“ hat ich Immobilienportfolio zu einem Drittel des Buchwerts an „Blackrock“ vekauft. Aktuell ist die „Banco Popular Espanol“ ein Thema, bei der es zu einem Bail-In kam. Aktionäre und Anleger wurden enteignet und das Institut wurde für einen Euro an die „Banco Santander“ verkauft.

Aktuell klagen ein paar größere Anleger, die sich diese Enteignung durch den Bail-In nicht gefallen lassen wollen und es soll zu teuren Klagen kommen. Dies würde die Machenschaften der Finanzindustrie in die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit ziehen, weshalb die Konflikte um die Separation Kataloniens dieser Finanzindustrie als Ablenkung sehr gelegen kommen.

Ich halte diese Fakten, die Ernst Wolff hier anspricht, für skandalös. Spanien galt in der Eurokrise als Krisenland. In Deutschland wurde auch gerne mit dem Stereotyp „faule Südländer“ argumentiert, die „ über ihre Verhältnisse gelebt hätten“. Natürlich war der Boom in Spanien, wie in so vielen anderen Ländern auch, durch eine hohe Kreditvergabe ausgelöst worden. Spanien hatte jedoch vor der Krise einen Schuldenstand gemessen am BIP, der als unbedenklich galt. Im Jahr 2007 lag die Staatsverschuldung bei 36 % des BIP. Im Jahr 2016 lag sie bei 99% des BIP.

Aktuell liegt die Arbeitslosigkeit in Spanien bei 18% und die Jugendarbeitslosigkeit sogar bei über 40%. Viele Spanier verlassen ihr Land in der Hoffnung auf bessere Perspektiven im Ausland. Während der Krise sprach man schon von einer „verlorenen Generation“ (generación perdida) und es gibt aktuell als Protestform „Märsche der Würde“ von denen, „die keine Würde mehr haben“ (indignados). 2011 gab es die Occupy-Bewegung in Spanien vor allem in Madrid an der Plaza de Sol. Zudem gab (/gibt) es immer wieder im spanischen Fernsehen Berichte von Familien und Nachbarschaftsgemeinschaften, die sich aktiv gegen Zwangsräumungen wehrten.

Alles in allem ist Spanien noch immer ein schönes Land, in dem jedoch viele Menschen keine Hoffnung mehr auf ein wirtschaftliches Auskommen sehen. Ein Hartz-IV-System gibt es nicht und viele Spanier um die dreißig sind noch immer abhängig von ihren Eltern und wohnen auch (wieder) bei den Eltern.

Der Separatismus in Katalonien ist teilweise historisch zu begründen, doch seine aktuelle Blüte hätte er niemals in einem funktionierenden Land erreichen können, in dem es Zukunftsperspektiven für alle gibt. So jedoch hofft Katalonien als reiche Industrieregion auf eine bessere Zukunft, ohne Restspanien und die spanischen Schulden.